Medizinstudent Marc will sein praktisches Jahr in der kolumbianischen Großstadt Cali absolvieren. Doch nicht nur am OP-Tisch zeigt sich die alltägliche Gewalt in den Straßen. Hier muss er oft Schusswunden nähen oder Gewaltopfer medizinisch versorgen. Marc gerät durch die Kioskbesitzerin Wanda in den Sog der Slum-Kriminalität und zwischen die Fronten rivalisierenden Banden. Richtig heikel wird es für ihn, als ihn ein Bandenboss als persönlichen Arzt anheuern will...

Filmemacher Tom Schreiber ("Narren") erlag hier wohl zu sehr der Faszination der ambivalenten Straßengewalt. Fast wie eine nervige Dokumentation schickt er seinen Protagonisten auf eine Tour-de-force, einen Wahnsinns-Trip, ohne dabei eine dramatische Stringenz zu verfolgen. Viele Szenen führen zu nichts und plätschern lahm dahin. Hauptdarsteller August Diehl macht seine Sache zwar gut, was den Film allerdings nicht rettet. Da interessiert es auch kaum noch, dass die Geschichte auf wahren Ereignissen beruht.

Foto: Zorro