Frankreich während der deutschen Besatzung: Ein Großteil der französischen Männer sind in Kriegsgefangenschaft geraten. Um der herrschenden Tristesse und Not zu entfliehen, flüchten sich viele Frauen in Affären mit deutschen Besatzungssoldaten, die oftmals nicht ohne Folgen bleiben. Die junge Französin und zweifache Mutter Marie hilft den Schwangeren bei der Lösung des Problems durch Abtreibung. Mit ihren verbotenen "Diensten" gelingt es Marie, die Finanzen ihrer eigenen Familie zu verbessern. Ihr Ehemann, wegen einer Verwundung vom Kriegsdienst befreit und arbeitsunfähig, ist zunächst begeistert über Maries Geschäftstüchtigkeit und ermutigt sie, trotz der Gefahren weiterzumachen. Doch schon bald kann er die Unabhängigkeit seiner Frau nicht mehr verkraften. Als sie beginnt, Zimmer an Prostituierte zu vermieten, denunziert er sie bei der Vichy-Regierung. Ein Sondergericht verurteilt Marie zum Tode durch die Guillotine.

Altmeister Claude Chabrol beschreibt in diesem bemerkenswerten und brillant gespielten Drama ein finsteres Kapitel der französischen Geschichte. Dabei griff er einen authentischen Fall auf und taucht mit der Kamera in die damalige Zeit. Auch wenn vor allem die katholische Kritik diese Werk ablehnt, zählt es zu einen der letzten wirklich guten Filme von Chabrol.

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