Regionale Produkte raffiniert angerichtet und traditionelle Gerichte neu komponiert. Das ist die Küche von Michel Bras, einem der einflussreichsten Köche Frankreichs. Seine kulinarischen Kreationen zeugen von einer ungewöhnlichen Kreativität. Seit 1999 wird sein Restaurant "Michel Bras" im südfranzösischen Laguiole mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet. 2009 entschied sich der Chef de Cuisine sein "Lebenswerk" an seinen Sohn Sébastien weiterzugeben, der 15 Jahre für ihn gearbeitet hat ...

Regisseur Paul Lacoste zeigt in seinem Dokumentarfilm nicht nur den langsamen Prozess der Übergabe, sondern zeichnet auch ein Porträt einer außergewöhnlichen Familie, die sich seit mehreren Generationen der Haute Cuisine verschrieben hat. Um aus der schier unüberschaubaren Menge an Kochsendungen und kulinarischen Reportagen herauszustechen, bedarf es einer besonderen Erzählweise. Paul Lacoste ist das durchaus gelungen. Mit "Entre les Bras" lieferte er eine sinnliche Hommage an die Kochkunst und zeichnet den Weg eines jungen Mannes nach, der sich in einer herausfordernden Vater-Sohn-Beziehung behaupten und seinen eigenen Weg beschreiten muss. Doch trotz der guten Erzählweise richtet sich Lacostes Film in erster Linie an Kochjunkies und Rezeptesammler. Die breite Masse der Taco-mampfenden und Popcorn-knabbernden Kinogänger wird sich nicht für den Genuss dieser Dokumentation entscheiden.



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