Ein weißer und ein schwarzer Häftling entkommen aneinandergekettet einem Gefangenentransport. Beide sind sich zunächst spinnefeind, haben aber keine Wahl: Zum Streiten bleibt nicht viel Zeit, vielmehr müssen sie auf der Flucht vor den Verfolgern lernen, miteinander auszukommen ...

Regisseur Stanley Kramer hatte in den Fünfziger-, Sechzigerjahren ein Faible für Filme mit "Botschaft", wobei er auch nicht davor zurückschreckte, in "Das letzte Ufer" einen Atomkrieg zum Szenario einer klischeehaften Schnulze zu machen. Weit besser ging ihm sein antirassistisches Fluchtdrama von der Hand. Sidney Poitier spielt wieder seine Standardrolle als der Vorzeige-Schwarze, den selbst der reaktionärste Südstaaten-Redneck eigentlich problemlos als Schwiegersohn akzeptieren kann. Trotz seiner schematischen Elemente überzeugt Kramers Film vor allem durch die hervorragenden Darsteller. Einen Oscar gab es für das Drehbuch, wobei sich hinter dem Namen Nathan E. Douglas ein gewisser Nedrick Young verbarg, der wegen "unamerikanischer Umtriebe" auf der Schwarzen Liste des Kommunistenjägers Joseph McCarthy stand. Einen weiteren Oscar gab es für die ausgezeichnete Kamera-Arbeit.