Wie jedes Jahr macht Monsieur Chassagne mit seiner Frauund den beiden Töchtern Julie und Vanessa sowie Schwiegersohn und Enkeln Urlaub in einer feudalen Villa an der Côte d'Azur. Es fehlt an nichts, einzig an Abwechslung. Alle fiebern der Ankunft von Philip, dem Sohn des Hauses, entgegen, der jährlich ein großes Feuerwerk veranstaltet und immer alle aufheitert. Doch anstatt seiner taucht wie aus dem Nichts Boris auf, ein schöner geheimnisvoller Fremder, der behauptet, ein alter Schulfreund von Philip zu sein. Während dieser auf sich warten lässt, lebt sich Boris schnell ein, vielleicht zu schnell. Im Handumdrehen hat er die Herzen aller erobert. Nur Vanessas Mann André-Pierre traut ihm nicht über den Weg. Doch nicht nur Boris hat ein düsteres Geheimnis ...

Schöne, gelangweilte Menschen in einer feudalen Villa in einer wunderbaren, Sonne durchfluteten Landschaft - und ein geheimnisvoller Fremder. Vor der atemberaubenden Kulisse der Côte d'Azur inszenierte Regisseur Gilles Paquet-Brenner ("Walled In") nach seinem Drehbuch, das auf dem Roman "Ultraviolett" von Serge Joncour beruht, diesen sich langsam entwickelnden, hintergründigen Thriller, in dem das Fremde in den geschlossenen Mikrokosmos einer großbürgerlichen Familie einbricht und diesen gehörig durcheinander wirbelt. Gut besetzt und gespielt, ist die Story, die einst eines Claude Chabrols würdig gewesen wäre, zwar nicht sonderlich innovativ, aber von Paquet-Brenner sorgfältig und ohne größere Spannungsbrüche in Szene gesetzt. Lediglich zum Ende hin lässt er die zuvor gezeigte inszenatorische Souveränität vermissen.

Foto: ZDF/Thibault Grabherr