Früher galt der Wal als Ressource für verschiedene Industriezweige. Das ist zum Glück vorbei. Dennoch steht der Meeressäuger heute im Zentrum des öffentlichen und wissenschaftlichen Interesses: Dem geheimnisvollen Wesen wird außergewöhnliche Intelligenz zugesprochen, in spektakulären Aktionen wurde es zum Symbol für Umweltschutz und Wissenschaftler bemühen sich, seine "Sprache", Verhaltensweisen und die immer wieder vorkommenden Walstrandungen zu erforschen. Bereits seit über zwei Jahrzehnten gibt es ein weltweites Walfangverbot, seit 1975 kämpft Greenpeace für die Meeressäuger. Denn viele Walarten sind vom Aussterben bedroht. So wurde etwa im Südpolarmeer ein Schutzgebiet für Wale eingerichtet. Alle Nationen respektieren es, nur Japan jagt und fängt hier weiter Wale unter dem Deckmantel der Wissenschaft. Ein Greenpeace-Schiff mit 37 Aktivisten verschiedener Nationalitäten begab sich auf die Reise ans südliche Ende der Welt, um das zu verhindern ...

Die Zeiten von "Moby Dick" sind längst vorbei, heute ist der Walfang ein knallhartes Geschäft, Japans Walfangflotte besteht aus Fabrikschiffen, die die getöteten Tiere noch an Bord zu Sushi verarbeiten. Filmemacherin Angela Graas hat das Greenpeace-Schiff "Esperanza" in die Antarktis begleitet. Doch statt eines modernen Heldenspektakels, in dem sich die Greenpeace-Aktivisten wie in den Anfängen ihrer Bemühungen um die Wale mit Schlauchbooten als Schutzschilde zwischen Harpune und Wal stellen, erzählt ihr Dokumentarfilm in beeindruckenden Bildern des Schweizer Kameramanns und Fotografen Alberto Venzago eine andere Geschichte: das Drama der Aktivisten. Denn diese fragen sich immer häufiger, ob sich ihr Einsatz lohnt. Denn ist die "Esperanza" außer Sicht, geht das Morden weiter.



Foto: Leykauf Film (Filmagentinnen)