Sie war die erste Frau im Boxring, knallhart und aggressiv im Angriff - und löste damit seinerzeit weltweit Entrüstung aus. 56 Kämpfe, 54 Siege, davon 16 durch K.O. - so lauten die Eckdaten der ungewöhnlichen Karriere der aus Karlsruhe stammenden Boxerin und Ausnahmesportlerin Regina Halmich. Zwölf Jahre lang war die Fliegengewichtlerin ungeschlagene Weltmeisterin der WIBF. Nach ihrem letzten Kampf am 30. November 2007, den allein in Deutschland fast neun Millionen Menschen vor dem Fernseher verfolgten, erhielt sie von ihrem Boxstall einen mit 56 Brillanten besetzten Ring, den in der Mitte zwei Miniatur-Boxhandschuhe aus Weißgold zieren. Das etwas andere "Dankeschön" für die nur 1,61 große Linksauslegerin, die wie keine Zweite den Frauenboxsport nach vorne gebracht hat.

Regina Halmich ist ein Medienstar und eine selbstbewusste junge Frau. Wer erinnert sich nicht an ihren legendären Auftritt bei "TV total - Boxen extra" im März 2001, als sie dem nach Luft schnappenden ProSieben-Moderator Stefan Raab mal kurz die Nase brach. Filmemacherin Simone Jung folgt den Spuren von Halmichs Lebens und zeigt ihre Entwicklung vom kleinen behüteten Mädchen aus Karlsruhe, das ihre Leidenschaft für den Boxsport nicht verbergen will, bis zu ihrem letzten WM-Kampf im Herbst 2007. Heute ist Halmich das Vorbild einer neuen Generation erfolgreicher deutscher Boxerinnen und arbeitet als TV- und Box-Moderatorin. Vor dem Kinostart der fürs Fernsehen produzierten Dokumentation zog die frühere Weltmeisterin gegen die Produktionsfirma vor Gericht, da vereinbart worden sei, den Film nur im Fernsehen zu zeigen. Ein endgültiges Urteil steht noch aus.



Foto: Progress Film-Verleih/Kai Wiehagen