Schon in früher Kindheit besuchen Schüler in Bangladesh die Madrasa, so nennen sich dort die Koranschulen. In einem Land, das von Armut und Hunger geprägt ist, ist die religiöse Erziehung ein wichtiger Bestandteil des Bildungssystem. Allerdings liegt hier der Schwerpunkt auf der religiösen Erziehung, zwölf Stunden am Tag lernen die Schüler die 6234 Verse des Koran auswendig. Und das auf Arabisch, eine Sprache, die sie weder sprechen noch verstehen ...

Schon mit seinem Dokumentarfilm "Eisenfresser" tauchte der in Dhaka/Bangladesh geborene Filmemacher Shaheen Dill-Riaz in sein Heimatland ein und zeigte die desolaten Lebensbedingungen von Schiff-Abwrackarbeitern in Chittagong. "Korankinder" dagegen zeigt das strenge Leben von Kindern in der Madrasa, in der eigentlich überhaupt nicht gefilmt werden darf. Trotzdem gelang es Dill-Riaz durch persönliche Kontakte, in den Koran-Schulen zu filmen und liefert so das Bild einer Gesellschaft, in der die Madrasa für die meisten Kinder die einzige Hoffnung ist, aus ihrem unterprivilegiertem Leben auszubrechen.

Foto: Mayalok