In Russland kennt sie jeder, obwohl sie von den staatlichen Radio- und Fernsehsendern nur selten gespielt und gezeigt werden, in Moskau erhielt sie unter Bürgermeister Luschkov sogar Auftrittsverbote: die Band "Leningrad" um Frontmann um ihren berühmt-berüchtigten Gründer Sergej "Shnur" Shnurov. Mit ihrem energiegeladenen Mix aus Punk, Rock und HipHop brachten sie bis zu ihrer Auflösung im Dezember 2008 in schöner Regelmäßigkeit die Konzerthallen zum Kochen, die Alben verkauften sich bestens. Das lag nicht nur an dem provokanten Auftreten von Shnurov, der öfters auch betrunken die Bühne stürmte und seine Texte herausbrüllte, sondern besonders an eben diesen Texten, die immer lustig, immer zotig, ironisch, böse, und manchmal auch kritisch sind. Denn Shnur liebt die einfachen Leute, die Außenseiter, die Junkies, die Prols, die Säufer - und die Wahrheit der Straße.

Regisseur Peter Rippl, der zuvor als TV-Drehbuchautor ("Der Augenblick der Begierde", "Klassenziel Mord") auf sich aufmerksam machte, hat die Band zwei Monate lang mit seinem Filmteam begleitet. Seine Konzertaufnahmen aus London, Moskau und Petersburg mixt er mit Interviews zu einem aufschlussreichen Bild der zeitgenössischen russischen Rockszene.

Foto: RealFiction