Seit dem Tod seiner Frau hat Pfarrer Tomas Ericsson auch den Glauben an Gott und die Fähigkeit zu lieben verloren. Emotionslos und ohne Überzeugung absolviert er seine Gottesdienste in der kleinen Dorfkirche. Als ihn die Frau des selbstmordgefährdeten Fischers Jonas bittet, ihrem Mann neuen Lebensmut zu schenken, hat er aufgrund seiner eigenen Resignation nur leere Phrasen für den Verzweifelten übrig. Auch für die Lehrerin Märta, die ihn mit ihrer Liebe bedrängt, findet er keine Gefühle. Als kurze Zeit später die Leiche des Fischers gefunden wird, steht Tomas vor den Trümmern seines Glaubens ...

"Licht im Winter" war nach "Wie in einem Spiegel" der zweite Film der Trilogie über Glaubensfragen (auch "Kammerspiel-Trilogie" genannt), die der schwedische Meisterregisseur Ingmar Bergman 1961 inszenierte. Bergman zeigt einmal mehr die Hoffnungslosigkeit seines Protagonisten, mischt kunstvoll Studien des Alltags mit Szenen von überhöhter Lebensphilosophie, wobei stets ein tiefer Pessimismus als Grundstimmung bleibt, wenn diese auch gelegentlich durch Hoffnungsschimmer konterkariert wird. Gunnar Björnstrand gibt hier gekonnt den Landpfarrer, der nach dem Tod seiner Frau an der Existenz Gottes zu zweifeln beginnt. Seine Trilogie schloss Bergman schließlich mit dem Klassiker "Das Schweigen" ab.

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