Die Performance-Künstlerin und Gender-Aktivistin Diane Torr hat schon durch viele Aktionen von sich reden gemacht. Ihre Auftritte und Workshops sind legendär. Das Thema, das sie dabei seit mehr als 30 Jahren verfolgt: das theoretisch-künstlerische und pragmatisch-handfeste Experimentieren mit Aspekten geschlechtlicher Identität. Diane Torr hält sich aber nicht mit den biologischen Unterschieden auf, sondern zeigt, dass Mann- bzw. Frausein sehr von Gesten, Codes und Verhaltensweisen abhängt. Was macht einen Mann zum Mann, was eine Frau zur Frau? Wo und wann wird die geschlechtliche Identität formatiert? Was ist natürlich, was ist antrainiert?

Katarina Peters, die seit vielen Jahren mit Diane Torr befreundet ist, hat die Aktivistin bei ihrem Workshop "Man for a Day" begleitet und das Verhalten der Teilnehmerinnen beobachtet und mit der Kamera eingefangen. Die Frauen verwandeln sich unter Torrs Anleitung Schritt für Schritt in Männer - inklusive ein aus Watte gebastelter Penis, der einen breitbeinigen Gang unterstützen soll. Am Anfang stehen jede Menge Vorurteile und es dauert eine Weile, bis typisch weibliches Verhalten ausgeschaltet wird und aus den Frauen nach und nach Männer werden, die sich dann auch in die Öffentlichkeit und sogar in einen Strip-Club wagen. All das macht den Dokumentarfilm zu einem kurzweiligen und lustigen Erlebnis - nicht nur für Frauen.



Foto: Salzgeber