Es beginnt mit dem Lachen der Kinder. Bilder aus den späten Achtzigerjahren in der DDR bis in die unmittelbare Gegenwart des Jahres 2008 in Deutschland. Das, was übrig geblieben ist, belagert meinen Kopf. Darin setzen sich all diese Bilder immer wieder neu zu etwas anderem zusammen, als zu dem, für das sie ursprünglich gedacht waren. Sie bleiben in Bewegung. Sie werden Geschichte. Das Material bleibt unvollständig. Es ist, was ich aufgehoben habe, was mir wichtig blieb. Mein Bild.

So der Filmemacher Thomas Heise ("Vaterland", "Kinder. Wie die Zeit vergeht.") über sein jüngstes Werk, in dem er "Material" aus seinen bishrigen Arbeiten verwendete, dass zum größten Teil unveröffentlicht geblieben ist. Heise begann seine Karriere bei der DEFA und machte sich mit zahlreichen Filmen über die DDR einen Namen. Auch hier bewegt sich gekonnt auf den Spuren der Vergangenheit, obwohl "Material" mit 165 Minuten Lauflänge dem Kinobesucher erhebliches Sitzfleisch abverlangt. Vielleicht ist das Werk im TV bei den Koproduzenten ZDF und arte tatsächlich besser aufgehoben.

Foto: Arsenal Institut