Obwohl relativ unbekannt, war der 1994 verstorbene Max Bill zweifellos der bedeutendste Schweizer Künstler unserer Zeit. Grund genug für Filmemacher Erich Schmid, sich das Leben des Mannes genauer anzusehen: Schon als Jugendlicher zog es Max Bill zur Kunst. Nach einer Silberschmiedlehre in Zürich ging er als Student ans legendäre Dessauer Bauhaus. Dort musste er nach einem Bühnenunfall aber das Studium abbrechen. Wieder in der Schweiz arbeitete er als Maler und Bildhauer, war Verfechter der Konkreten Kunst. Bis 1937 gehörte er der Abstraction-Création in Paris an. Als Antifaschist der ersten Stunde unterstützte er Gegner des Nazi-Deutschlands und half Flüchtlingen. In den Fümnfzigerjahren gehörte Bill zu den Mitbegründern und Rektoren der Hochschule für Gestaltung in Ulm, deren Schulgebäude er entwarf. Ab 1967 nahm er den Lehrstuhl für Umweltgestaltung an der Hochschule für bildende Künste Hamburg an...

Dokumentarfilmer Erich Schmid zeigt hier das Porträt eines ungewöhnlichen Künstlers, der sich stets auch seiner sozialen Verantwortung bewusst war und immer als avantgardistisch denkender Mensch kreativ an der Mitgestaltung seiner Umwelt beteiligt war. Bill hätte am 22. Dezember 2008 seinen 100. Geburtstag gefeiert. Dies ist wohl auch der Anlass für dieses Porträt. Einziges Manko: die manchmal filmisch schlechte Qualität und die permanente Präsenz der letzten Ehefrau des Künstler, deren Kommentare oft unfreiwillig komisch sind.

Foto: Salzgeber