Argentinien ist das fünftgrößte Agrarexportland der Welt, doch 52 Prozent der Bevölkerung leben in Armut. Extremer als hier können soziale Gegensätze kaum sein. Während für eine kleine Elite Konsumgüter im Überfluss zur Verfügung stehen, leidet die verarmte Masse der Bevölkerung seit dem Bankrott des Staathaushaltes 2001/2002 Not. Der Zusammenbruch der Wirtschaft ist durchaus hausgemacht, doch nicht allein verschuldet von den korrupten Militär- und zivilen Regierungen. Auch der internationale Währungsfonds hat seinen Teil dazu beigetragen und das Land seit Jahrzehnten durch ungeprüfte und ungehemmte Kreditvergabe in die Zahlungsunfähigkeit getrieben, die den Kollaps des wirtschaftlichen und sozialen Lebens letztendlich ausgelöst hat.

Argentinien ist ein Sanierungsfall. In seinem Film "Memoria del saqueo" dokumentiert Altmeister Fernando E. Solanas die Ausplünderung seiner Heimat, zeigt Argentiniens Verstrickung in die Schuldenfalle. Nichts funktioniert mehr: nicht die Wirtschaft, der Arbeitsmarkt, die Gesundheitsdienste, die Müllabfuhr, die Erziehung und schon gar nicht die Basisversorgung der Menschen, die unter dem Existenzminimum leben.

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