Just um Mitternacht des 15. August 1947, als Indien gegenüber den britischen Kolonialherren seine Unabhängigkeit erklärt, werden in einem Krankenhaus in Bombay zwei Jungen geboren. Allerdings spielt eine frustrierte Krankenschwester Schicksal und vertauscht die Neugeborenen. So wächst Saleem als Erbe einer reichen muslimischen Familie auf und Shiva wird zu einem Leben der Entbehrungen verurteilt. Als Saleem schon als kleiner Junge merkt, dass er telepathische Fähigkeiten besitzt, erfährt er von der Existenz weiterer Kinder, die zum gleichen Zeitpunkt wie er geboren wurden. So trifft er auch auf den mittellosen Shiva ...

Am Beispiel der beiden Jungen erzählte Salman Rushdie in seinem Roman vom Schicksal des indischen Subkontinents von den Kolonialtagen über die Unabhängigkeit, die Abspaltung Pakistans, den Kaschmir-Krieg, pakistanischen Sezessionskrieg von 1971 bis zur Hungersnot von 1973 und spann so seine Geschichte über mehrere Generationen, die bis heute nachhallt. In der Verfilmung von Deepa Metha ("Bollywood Hollywood", "Water") allerdings wirkt vieles aufgesetzt und unpassend (etwa die Liebesgeschichte des Großvaters passt nicht wirklich zum Rest). Was im Roman eindeutig dazu diente, auch die Lebensumstände der indischen Bevölkerung unter britischer Kolonialherrschaft zu beschreiben, will sich im Film nicht in den Gesamtkontext fügen. Dennoch: ein paar bemerkenswerte Bilder und ein akzeptabler historischer Abriss bleiben.



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