Wenige Meter unter dem Gipfel des Mount Everest gibt der deutsche Thomas W. sein letztes Interview. Inzwischen ist er fast völlig blind: "Wir sind jetzt auf 8300 Meter Höhe. Um Mitternacht gehen wir los. Wenn wir Glück haben, heißt uns der Mount Everest morgen willkommen." Die nervöse Vorfreude vor dem Aufstieg ist ihm anzumerken. Monate ist es inzwischen her, dass er sich an den holländischen Bergführer Harry K. wandte und ihm sein Vorhaben schilderte, trotz drohender Blindheit den Mount Everest zu besteigen. Es ist sein Traum, den er unbedingt verwirklichen will. Seit einer Tumoroperation verliert Thomas W. mit abnehmendem Druck sein Augenlicht. Auf den Gipfel will er trotzdem, um anderen Menschen mit einem Handicap Mut zu machen. Deshalb engagiert er, neben zwei zusätzlichen Trägern, die Kameramänner Milan und Kevin, die seinen Aufstieg von Meereshöhe bis auf 8850 Meter dokumentieren sollen.

Atemberaubende Landschaften, die Thomas W. selbst kaum noch sehen kann, und Interviews mit ihm halten die beiden ebenso fest wie die extremen Anstrengungen, die eine solche Expedition bedeutet. Bei dünner Luft und eisiger Kälte wird jeder Schritt zur Qual. In der sogenannten Todeszone, ab 7000 Meter, findet der Körper selbst im Schlaf keine Erholung mehr. Nur ein eiserner Wille treibt die Bergsteiger nach oben. Am 25. Mai 2006, gegen Mitternacht, nehmen Thomas W., der Bergführer Harry K. und zwei Träger den letzten Teil der Gipfelbesteigung in Angriff. Thomas W. wird den Gipfel nicht erreichen, die Expedition nicht überleben. Der Film von Victor Grandits und Jessica Krauß begleitet die Mount-Everest-Expedition um Thomas W. von den Anfängen in Holland nach Katmandu bis hinauf in die Todeszone. Hautnah ist die Kamera bei jedem Schritt dabei wenn der erblindende Thomas sich Meter um Meter nach oben kämpft, bis zu seinem Tod. Und sie hören dem Bergführer Harry zu, der sich ein Jahr nach dem Aufstieg noch an jedes Detail der Expedition erinnert.