Eine Einzimmer-Wohnung in Berlin-Kreuzberg: Hier lebt der alkoholkranke Schriftsteller Johann Wolfgang. Doch er ist nicht allein, denn schon seit Jahren bietet er Dieter und Andi Obdach. Beide sind heroinsüchtig, Andi lebt im Badezimmer, Dieter hat sich in der Küche häuslich niedergelassen. Trotz der Ausweglosigkeit ihrer Situation und ständig ausbrechenden Konflikten gelingt es den dreien immer wieder, aufeinander zuzugehen und über eine bessere Welt nachzudenken...

Ein ungewöhnlicher und anrührender Dokumentarfilm, der ohne erhobenen Zeigefinger in das Leben dreier Menschen eintaucht, die am Existenzminimum leben. Ungewöhnlich auch die Entstehungsgeschichte des Low-Budget-Projekts. Regisseur Wolfgang Reinke und Kameramann Gines Olivares, beide erwerbslos und Harz-IV-Empfänger, haben ihre drei Protagonisten zwischen Februar und Juli 2005 47 Tage lang begleitet. Aus 60 Stunden DV-Material und mit großer Unterstützung von Freunden, Spendern und der Kulturellen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern entstand schließlich ein Porträt dreier verlorener Seelen, die durchaus stellvertretend für die randständige Subkultur in Deutschland stehen.



Foto: Lunachod