Seine Fans nennen ihn nur liebevoll "Papa Wendo": den legendären kongolesischen Musiker Wendo Kolosy. 1925 geboren, verdankt der große alte Mann der afrikanischen Musik seinen Ruhm dem Lied "Marie-Louise", dem man im Volk magische Kräfte zuschrieb. Da es angeblich Tote wieder zum Leben zu erwecken oder die Flussgeister zum Tanzen zu bringen vermochte, wurde sein Interpret von den belgischen Missionaren exkommuniziert. Wendos Leben gleicht einem Roman: Schon früh zum Waisen geworden, war er zehn Jahre lang Fährmann und anschliessend Boxer, bevor er Sänger wurde. Im Lauf der Jahre hat Wendo unterschiedliche politische Regime und Diktaturen überlebt. Unter Mobutu musste er Jahrzehnte fast völlig verstummen, bis ihn eine neue Generation von Musikern als Vorbild wiederentdeckt hat.

Schon mit seinem Dokumentarfilm "African Blues" tauchte der Schweizer Fuilmemacher Jacques Sarasin 2002 in die afrikanische Musikszene ein. So auch in dem Porträt "On the Rumba River", das den Zuschauer die Musik von "Papa Wendo" hautnah miterleben lässt. Sarasin hat den Meister der afrikanischen Rumba, deren Wurzeln in der Kolonialzeit liegen, besucht und begleitet ihn auf einer Comeback-Reise, auf der der Musiker frühere Weggefährten und junge Musiker zu einer Band vereint, die dem Rumba ein zeitgenössisches Kleid schneidern. Darüber hinaus zeigt der Film auch ein realistisches Bild von den Menschen und ihrem Leben im Kongo.

Foto: Kairos