Katja steckt mitten in ihrer Scheidung, als ihre Tochter Jessy sich plötzlich von ihr abkapselt und sich in die Welt des Internets flüchtet. Kurzerhand kappt Katja ihren Internetzugang und tauscht Jessys Smartphone gegen ein einfaches Handy aus. Danach gerät Katjas Welt aus den Fugen: Plötzlich sind ihr Geld, ihr Job, ihre Freunde weg ... und auch Jessy ist verschwunden. Der Teenager hat sich in große Gefahr begeben. Wer verbirgt sich hinter der ominösen "Chrissy", mit der Jessy ständig gechattet hat?

Der Versuch, ein zeitgemäßes wie ernstes Thema - der Missbrauch des Internets zu kriminellen Machenschaften - in einen TV-Thriller zu verpacken, ist ja durchaus löblich, doch was Regisseur Oliver Dommenget ("Böseckendorf - Die Nacht, in der ein Dorf verschwand", "Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis") hier unter dem reißerischen Titel "online - meine Tochter in Gefahr" vorgelegt hat, ist nur ärgerlich. Denn was zunächst wie ein Missbrauchsthema (man denke etwa an "Blindes Vertrauen") anmutet, versteigt sich zu einem digitalen Rachefeldzug, um der Mutter einer minderjährigen Internetbekanntschaft das Leben zur Hölle zu machen. Dies ist zum Teil dermaßen unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen, dass sich der Zuschauer nur noch wundern kann. Drehbuchautor Timo Berndt hat schon deutlich bessere Stoffe geliefert, so etwa die Vorlage für das Geschichtsdrama "Westflug - Entführung aus Liebe".