Er ist ein wunderbarer Ferdinand in Friedrich Schillers "Kabale und Liebe" und sein Thybalt in "Romeo und Julia" macht im Hamburger Schauspielhaus auf ihn aufmerksam: Ben Becker - ein lebhafter, energiegeladener Schauspieler von vielseitigem Talent. Der Sohn des Schauspieler-Ehepaars Monika Hansen und Rolf Becker wächst mit seiner Schwester Meret Becker in Berlin bei der Mutter und deren Lebensgefährten Otto Sander auf. Bei ihm findet er ein starkes Vorbild. Denn wie er, hat sich auch der Rest der Familie der brotlosen Kunst gewidmet. Großmutter Kläre Schlichting war Komikerin, der Großvater Tänzer und der Onkel Akrobat.

Nach der Schauspielausbildung hat Ben verschiedene Theater-Engagements, tritt in unterschiedlichen Film- und Fernsehproduktionen auf. Sein Filmdebüt gibt er 1983 in dem Spielfilm "Eine Liebe in Deutschland" mit Hanna Schygulla und Armin Mueller-Stahl. Vier Jahre später steht er zum ersten Mal für "Tatort - Tod im Elefantenhaus" (1987) vor der Kamera. 1991 und 1995 übernimmt er zweimal die Rolle des Stefan Triest in der deutschen Krimi-Reihe "Tatort", die Folgen heißen "Tatort - Tod im Häcksler" und "Die Kampagne".

Becker hat ein besonderes Gespür für schwierige Charaktere, Schurken mit Gefühl, Außenseiterfiguren, solche mit vielschichtigen Emotionen. Das Talent des zweifachen Grimme-Preis-Trägers, ("Landschaft mit Dornen", 1992, "Polizeiruf 110 - Totes Gleis", 1994) ist vielseitig. Doch erst seine schauspielerische Leistung in dem preisgekrönten Liebesfilm "Schlafes Bruder" (1995) machte das Publikum auf ihn aufmerksam. Ben Becker übernahm in diesem Vilsmaier-Drama nach einem Roman von Robert Schneider die Rolles des Peter, des einzigen Freundes von Elias gespielt von André Eisermann, einem introvertierten Ausgestoßenen, der sich in Peters Schwester verliebt. Eine Geschichte mit dramatischem Ausgang.

Ben inszeniert eigene Theaterstücke wie "Sid and Nancy" mit Schwester Meret Becker in der Hauptrolle, schreibt Kurzgeschichten und bringt 1997 seine erste CD heraus: "Und lautlos fliegt der Kopf weg". Die Musik ist Herzenssache, sagt er und präsentiert eine eigenwillige und kritische Rockrevue, die unter die Haut geht. 1997 ist er gleich in vier Produktionen zu sehen. In dem Fernseh-Krimi "Gegen den Strom" (1997) spielt er den verdeckten Kripobeamten Stefan Bregert, in den beiden TV-Thrillern "Die Sieben Feuer des Todes" mit Iris Berben und Hannes Jaenicke und "Spiel um dein Leben" übernimmt er ebenfalls eine Rolle.

Doch erst die Rolle des Robert Biberti in Joseph Vilsmaiers authentischen Gesellschaftsdrama "Comedian Harmonists" (1997) mit Schwester Meret, Heino Ferch, Katja Riemann und Kai Wiesinger brachte ihm die verdiente Anerkennung. Gemeinsam erhielten die Schauspieler 1998 den Bayerischen Spezial-Preis.

Weitere Filme mit Ben Becker: "Eine geschlossene Gesellschaft" (1987), "Whopper-Punch 777" (1988), "Die Männer vom K3 - Augen zu und durch", "Quarantäne" (beide 1989), "Das serbische Mädchen" (1990), "Der Brocken" (1991), "Herzsprung" (1992), "Die Männer vom K3 - Made in Hongkong", "Julian H. entführt - Qualen einer Mutter" (beide 1993), "Polizeiruf 110 - Arme Schweine" (1994), "Die zukünftigen Glückseligkeiten", "Engelchen", "Verliebte Feinde" (beide 1995), "Alles nur Tarnung", "Die Serpentintänzerin" "Die Bibel - Samson und Delila" (alle 1996), "Kurt Gerrons Karussell", "Polizeiruf 110 - Das Wunder von Wustermark", "Sturmzeit", "Tatort - Bienzle und der Champion" (alle 1998), "Bella Block - Geflüsterte Morde", "e-m@il an Gott", "Ein Lied von Liebe und Tod - Gloomy Sunday", "Südsee, eigene Insel" (alle 1999), "Der Einstein des Sex", "Marlene", "Otto - Der Katastrofenfilm", "Frau2 sucht HappyEnd" (alle 2000), "Planet Alex", "Sass", "Så vit som en snö" (alle 2001), "Friedrich Freiherr von der Trenck - Zwei Herzen gegen die Krone" (2002), "Polizeiruf 110 - Dettmanns weite Welt" (2003), "Ein ganz gewöhnlicher Jude", "Max und Moritz Reloaded" (alle 2005), "Ab durch die Hecke" (Sprecher), "Happy Feet" (Sprecher, beide 2006), "Giganten - Luther - Kampf mit dem Teufel", "Die rote Zora" (beide 2007), "Unter Verdacht - Brubeck" (2008), "Der Tiger oder was Frauen lieben!", "Habermann" (beide 2009), "Happy Feet 2" (2011, Sprecher), "Das Kind", "Nachtschicht - Geld regiert die Welt" (beide 2012), "Tarzan 3D" (Sprecher), "Die Bücherdiebin" (beide 2013).

Außerdem hatte er etliche Auftritte in TV-Serien. So etwa in "Der Fahnder" (1985), "Ein Fall für TKKG" (1986), zweimal in "Der Alte", ständig in "Always Afternoon" (beide 1988), "Ein Fall für zwei", "Wolffs Revier" (beide 1992), "Doppelter Einsatz" (1994), "Faust", "A.S." (beide 1995),mehrmals in "Friedemann Brix" und zweimal in "Die Drei" (beide 1996).