Der 13-jährige Nils lebt mit seinen Eltern auf einem Bauernhof. Ständig bekommt er zu hören, er sei faul, habe keinen Respekt vor den Tieren und überhaupt nur Unsinn im Kopf. Eines Tages verscheucht Nils einen Raben auf sehr unsanfte Art. Da plötzlich steht ein echter Hauskobold vor dem Jungen! Der Gnom schrumpft den frechen Menschen auf Wichtelgröße. Als Winzling versteht Nils die Welt nicht mehr - aber die Sprache der Tiere. So kann er hören, wie eine Gruppe Wildgänse dem Hausganter Martin zuruft, er solle mit ihnen nach Lappland fliegen. Nils will ihn davon abhalten. Stattdessen findet er sich unversehens auf Martins Rücken wieder. Der Ganter steigt in die Lüfte, und für den klitzekleinen Jungen beginnt das größte Abenteuer seines Lebens ...

Dirk Regel ("Die Bremer Stadtmusikanten", "Die Gipfelstürmerin") inszenierte das fantastische Märchen der Schwedin Selma Lagerlöf (1858-1940) als Zweiteiler. In der Hauptrolle ist Nachwuchsschauspieler Justus Kammerer zu sehen. Interessanterweise ist dem jungen Berliner nicht der Dreh mit TV-Größen wie Hinnerk Schönemann und Kurt Krömer besonders in Erinnerung geblieben: "Rückblickend war die Zeit mit den Tieren für mich am schönsten." Die Gänse und Raben sind die eigentlichen Stars dieser Realverfilmung. Monatelang arbeiteten Tiertrainer Marco Heyse und sein Team mit den gefiederten Schauspielern, um der Buchvorlage gerecht zu werden. Auf ihre Rollen wurden die Vögel übrigens von klein auf vorbereitet, los ging es quasi schon direkt nach dem Schlüpfen. Ganz auf Computer-Animationen wurde trotz des tierischen Aufwands nicht verzichtet - leider. Denn diese Sequenzen wirken insgesamt recht naiv, vielleicht war das Budget schlussendlich doch zu klein. An den Charme der kultigen Zeichentrickserie (Hamster Krümel!) reicht die Verfilmung jedenfalls nicht heran, aber dank der guten Schauspieler - Menschen wie Tiere - ist der Zweiteiler sehenswert.

Foto: NDR/Svante Örnberg/Bremedia Produktion GmbH