Bastian Pastewka

In "Sketch History" gab Bastian Pastewka dem amerikanischen Gangster Al Capone ein Gesicht. Vergrößern
In "Sketch History" gab Bastian Pastewka dem amerikanischen Gangster Al Capone ein Gesicht.
Fotoquelle: ZDF/Kristof Galgoczi Nemeth
Bastian Pastewka
Geboren: 04.04.1972 in Bochum, Deutschland

Er wurde populär als Sexberater Brisko Schneider in der Comedy "Die Wochenshow", der er bis Juni 2001 angehörte: Bastian Pastewka. Seine Begrüßung "Hallo liebe Liebenden" gehörte monatelang zu den geflügelten Worten. In der "Wochenshow" trat er in zahlreichen unterschiedlichen Rollen auf, mal als Spießbürger, mal als Sensationsreporter. Seiner Verwandlungskunst waren wenig Grenzen gesetzt, und mit seinen parodistischen Einlagen begeisterte er jeden Samstag Millionen Fernsehzuschauer.

Geboren wurde der Schauspieler in Bochum, wuchs aber in Bonn auf. Er studierte zunächst Pädagogik, Germanistik und Soziologie, bevor er sich 1992 der Truppe "Comedy Crocodiles" anschloss. Seine tierische Verbundenheit zeigte sich schon damals mit dem Programm "Wer schwängerte Biene Maja?", mit dem die "Comedy Crocodiles" unter anderem im Bonner Haus der Springmaus, am Hamburger Schmidt-Theater und auf dem Köln-Comedy-Festival gastierten.

Für die Jugendsendungen "U30" und "Lollo Rosso" holte man Pastewka erstmals vor die Fernsehkamera. Darauffolgend moderierte er mehrere Shows für das WDR Fernsehen, die auch über den Hörfunksender "Eins live" ausgestrahlt wurden. In dem Kinofilm "Stuart Little" (1999) synchronisierte er die tierische Hauptrolle, ebenso wie 2001 in "Kommando Störtebeker".

Von August 1996 bis Juni 2001 gehörte der Komödiant zum festen Ensemble der "Wochenshow", die 2000 mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde. 1999 bekam er mit "Briskos Jahrhundert-Show" sogar eine eigene Fernsehsendung. Die Erfolgsserie reißt nicht ab: 2001 drehte Pastewka unter Peter Timm die Literaturverfilmung "Der Zimmerspringbrunnen". Im September 2002 verabredeten Pastewka und Stand-up-Kollege Olli Dietrich ein gemeinsames Bühnenprogramm, mit dem die beiden im September 2003 auf Deutschland-Tour gingen. 2004 sah man Pastewka in dem Kalkofe-Kinofilm "Der Wixxer" (2007 folgte mit "Neues vom Wixxer" die ebenso gelungene Fortsetzung), seit 2005 ist er in seiner Comedyserie "Pastewka" zu bewundern und 2006 überzeugte Pastewka in der Komödie "Reine Formsache". 2007 übernahm Pastewka eine Sprechrolle in "Bee Movie - Das Honigkomplott" und 2008 folgten die Synchronisation von "Madagascar 2" und die zweiteilige Weihnachtskomödie "Zwei Weihnachtsmänner". Eine Rolle hatte er 2008 auch in Oscar Roehlers "Lulu und Jimi" und im Jahr drauf in Simon Verhoevens Komödie "Männerherzen". Und natürlich gehörte er auch zur Besetzung von "Jerry Cotton" (2010), während er in "Konferenz der Tiere" und in "Megamind" (beide 2010) jeweils eine Sprechrolle übernahm.

Weitere Filme mit Bastian Pastewka: "Mutter muss weg" (2012).

Prisma: Sehen wir in "Pastewka" wirklich dich?
Bastian Pastewka: Ja, das bin ich – zu 100 Prozent! Auch wenn wir natürlich den Geschichten hin und wieder mal zu zwei Prozent nachhelfen müssen, um die Ereignisse geschmeidig in der Spur zu halten. Im wahren Leben mache ich aber auch mal Pause oder programmiere meine sämtlichen Videorekorder. Das zeigen wir in der Serie natürlich nicht. Das würde selbst für den geneigten Fan mit der Zeit etwas anstrengend.

Prisma: Und was erwartet den Zuschauer?
Pastewka: Ihn erwartet ein Protagonist, nämlich mich, der versucht sein Leben zwischen öffentlicher Aufmerksamkeit und privatem Glück irgendwie auf die Reihe zu bekommen. Das ist die Geschichte, wir haben das Leben des Bastian Pastewka in acht fröhlichen Folgen zusammendramatisiert.

Prisma: Ist es schwer, sich selbst zu spielen?
Pastewka: Ich nähere mich mir selbst, indem ich den eigenen Pastewka mal kurz an den Nagel hänge. Aber ich habe einen Vorteil. Wenn mein Regisseur Joseph Orr, was er natürlich nie tun würde, sagt, jetzt machst du das so und so, dann könnte ich dagegen halten: Nee Freunde, so bin ich nicht, Ätsch, das mach ich nicht. Denn ich weiß eben doch am besten, wer ich bin.

Prisma: Du fährst also wirklich wie in einer Szene Zeitung lesend mit dem Fahrrad durch Berlin?
Pastewka: Ja, ich bin einer von denen, die sich nicht nur dem Fahrradfahren hingeben können. Das ist ja eine unglaublich langweilige Angelegenheit, da muss man treten und auf Ampeln achten. In unserer hektischen Zeit, von der ich mich hab anstecken lassen, ist es doch nicht mehr üblich, nur eine Handlung auszuüben. Ich esse und muss dabei fernsehen. Ich koche und muss dabei telefonieren. Ich bin auch Auto gefahren und habe SMS geschrieben, bis ich im Fernsehen gesehen habe, dass das gefährlich ist.

Prisma: Du bist ja sehr erfolgreich – was wäre denn aus dir geworden,wenn es mit Comedy nicht geklappt hätte?
Pastewka: Musiker wäre absolut mein Ding gewesen. Ich habe lange Klavier gespielt und würde gerne auf dem Klavier improvisieren können: In einer düsteren Bar mit singender Lady und Schlagzeuger mit Kippe im Mundwinkel.

Prisma: Woran ist das gescheitert?
Pastewka: An meiner Klavierlehrerin, die mich immer nur klassische Etüden, reine Fingerübungen, spielen ließ. Das hatte keine Seele, und ich verlor die Lust. Ich bin allerdings vor 15 Jahren noch mit Klavier aufgetreten. Da merkte ich, dass die Leute mehr über meine Zwischenmoderationen gelacht haben und weniger mein Klavierspiel genossen. So bin ich in die Comedy-Schiene gerutscht.

Interview: Alexa Cöln


Zur Filmografie von Bastian Pastewka
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