Die Studentin Anne reist nach Paris, da sie glaubt, dort Informationen über eine geheime Organisation zu bekommen, der sie auf die Schliche gekommen zu sein glaubt. Nach Annas Meinung ist diese Gruppe für den rätselhaften Tod eines Spaniers verantwortlich. Anne recherchiert auf eigene Faust und taucht dabei in die Schattenseiten der Seine-Metropole ein ...

Das Debüt von Jacques Rivette ist der mit Abstand verspielteste und geheimnisvollste Film der Nouvelle Vague. Gemeinsam mit Chabrol, Godard, Rohmer und Truffaut zog er gegen das konservative französische Kino der Väter und Großväter zu Feld. Radikal waren sie seinerzeit, die jungen Individualisten mit einem Reichtum an cinematographischer Individualität, Phantasie und Vielfalt, die ihresgleichen suchte. In Stimmung und Hintergrund spürt man die Nähe zu Eric Rohmers "Im Zeichen des Löwen", doch der Stil ist ganz anders. Auch Rivette öffnet den Blick auf ein unbekanntes, fast dämonisches Paris, auf die kalte, gefühllose Steinwüste. "Nur von dem berichten, was man kennt" ist eine der wichtigen Forderungen der französischen Rebellen. Wie in seinen späteren Arbeiten inszeniert Rivette geschickt Schein und Wirklichkeit und vermischt Film, Literatur und Theater in einem reizvollen Wagnis. Doch das Ganze stellt sich als Schwindel heraus. Das Ende ist nicht komisch, sondern tragisch: Drei Menschen starben für eine Idee, die es nicht gab.

Foto: Kinowelt