Eigentlich scheint das Leben von Pippa Lee völlig in Ordnung zu sein. Sie lebt mit ihrem 30 Jahre älteren Ehemann Herb, ein erfolgreicher Verleger, offenbar glücklich zusammen, hat zwei erwachsene Kinder und nach einer bewegten Vergangenheit endlich die verdiente Ruhe. Doch genau damit kommt Pippa nicht zurecht, zumal sie nun auch noch in ein friedliches Rentnerparadies umgezogen ist. Plötzlich leidet sie an Schlafstörungen und entdeckt, dass die Idylle nur Fassade war und ihr Mann eine Affäre mit der besten Freundin hat. Pippa lässt sich daraufhin mit dem wesentlich jüngeren Nachbarn ein ...

Die vierte Regie-Arbeit von Autorin Rebecca Miller (Tochter von Arthur Miller und Ehefrau von Daniel Day-Lewis) entstand nach ihrem gleichnamigen Roman. Sie inszenierte zwar mit guten Darstellern sensibel das Porträt einer starken Frau in den Wechseljahren, doch es fehlt ihr offensichtlich an Distanz. Zu viele Dinge wiederholen sich, ergeben sich zu mühsam, wirken aus dem Zusammenhang gerissen (etwa die eher peinliche Domino-Szene mit Julianne Moore) oder plätschern vor sich. Ein starker Film über eine starke Frau sieht anders aus. Dennoch: die Schauspieler (neben der Hauptdarstellerin auch Winona Ryder als beste Freundin, Maria Bello als schlampige Mutter, Alan Arkin als Ehemann oder Monica Bellucci als Schönheit mit theatralisch inszeniertem Selbstmord) retten viel.



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