Michael Stock wurde im Alter zwischen acht und 16 Jahren von seinem Vater immer wieder sexuell missbraucht. Weder seine Geschwister, die der Vater nie antastete, noch seine Mutter ahnten seinerzeit etwas von dem Vorgängen. Erst im Alter von 19 Jahren vertraute sich Stock seiner Mutter an. Die brach daraufhin mit ihrem Mann, ebenso wie die Tochter, lediglich Michael Bruder hat noch Kontakt zum Vater.

Filmemacher, Drehbuchautor und Schauspieler Michael Stock beschäftigte sich zwei Jahrzehnte mit diesem unglaublichen Stoff und entschloss sich schließlich nach mehreren gescheiterten Spielfilm-Anläufen, seine Vergangenheit mit diesem Dokumentarfilm aufzuarbeiten. Ihm gelang ein sehr persönlicher Film, der betroffen macht, denn der Zuschauer fragt sich nicht nur, wie ein derartiger Missbrauch über Jahre unentdeckt bleiben konnte, sondern auch, wie man mit dieser Vergangenheit umgehen kann. Stock und seine Familie - ebenso wie der Täter, Michaels Vater Roland - beweisen viel Zivilcourage, dass sie sich im Zusammenhang mit dieser sehr persönlichen Geschichte vor der Kamera äußern. Dies ist gerade in einer Zeit, in der täglich von Missbrauchsfällen in den Zeitungen zu lesen ist, ein wichtiger, wenn auch sicher schwerer Schritt in das Licht der Öffentlichkeit. Für Filmemacher Stock allerdings ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit lebensnotwendig.





Foto: ichael-stock-filmemacher.de Michael Stock online