Calvero, ein gealterter Clown, den keiner mehr sehen will, lebt als Alkoholiker in einer Londoner Pension. Dort verhindert er eines Tages den Selbstmord der jungen Tänzerin Terry, die nicht mehr gehen kann. Er hilft ihr, gesund zu werden und wieder zu tanzen. Terry wird ein Star. Zwischen ihr und Calvero entspinnt sich eine Liebesgeschichte, doch er hält ihre Zuneigung für bloßes Mitleid und verlässt sie. Terry organisiert für ihn eine Benefizgala, bei der der alte Clown ein großes Comeback hat. Die beiden finden wieder zusammen; doch Calvero stirbt nach seinem Auftritt an Herzversagen.

"Rampenlicht", Chaplins letzter in den USA gedrehter Film, trägt viele Züge einer autobiographischen Reflexion des Regisseurs über die Figur des Tramp, die er selbst lange Jahre gespielt hat: Calvero ist mit vielen Attributen des Vagabunden ausgestattet und wird auf seinen alten Plakaten als "Comedian Tramp" angekündigt. Chaplin setzt sich hier mit der Figur des Komikers an sich auseinander, der irgendwann an seine altersbedingten Grenzen stößt. Calvero wird alt und skeptisch und legt sich eine gewisse Würde zu, und damit verliert er jede Vertrautheit mit dem Publikum. Chaplin ging davon aus, dass dieser Film sein letzter, zugleich aber auch sein größter werden würde. Deshalb bezeichnete er ihn selbst gerne als "künstlerisches Testament". Das wird auch an der Verteilung der Rollen sichtbar - er ließ alle seine sechs Kinder mitspielen und verteilte die anderen Rollen fast ausschließlich an alte Freunde. Bemerkenswert ist der Auftritt Buster Keatons, der, obwohl er Altersgenosse Chaplins ist, bis dahin noch nie mit Chaplin gemeinsam aufgetreten war. Hier begleitet er Calvero bei dessen Comeback als komischer Pianist in der "musikalischen Parodie". Die Musik, die Chaplin wieder einmal selbst komponierte, wurde mit einem Oscar gekürt.

Foto: Kinowelt