Charlie Chaplin

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Charlie Chaplin
Charles Spencer Chaplin
Geboren: 16.04.1889 in Lambeth, London, Großbritannien
Gestorben: 25.12.1977 in Vevey, Schweiz

Er war der arme Vagabund, der unter allen Niederschlägen des Lebens und der vom Leben Begüterten unschlagbar bleibt. Er war der kleine Habenichts, der einen Blick für die schönen Töchter der Reichen hatte, und dem es bisweilen widerfuhr, dass sie auch einen Blick für ihn hatten. Er war der kleine Clown, der dem Schicksal trotzte, so gut und lang es ging, bis er sich zum mehr oder weniger eleganten Rückzug gezwungen sah.

Charlie Chaplin war der erste Weltstar des Films. Seine Bedeutung für die Künste des 20. Jahrhunderts ist nur mit jener von Pablo Picasso vergleichbar. Es gehört zu den hässlichsten Seiten der Vereinigten Staaten von Amerika, dass man diesen Mann außer Landes trieb. Jahre später, als man ihn gern wiederhaben wollte, sagte Charlie, inzwischen in Großbritannien zum Ritter geschlagen: "Ich würde nicht in die USA zurückkehren, selbst wenn Jesus dort Präsident geworden wäre."

Er stammte aus London. Früh wurde er Waise. In fast allen Biographien ist deshalb von "dickens'scher Jugend" die Rede. Doch im Gegensatz zu den Kinderschicksalen, die Charles Dickens im 19. Jahrhundert beschrieb, fand Charlie Chaplin den Weg nach Amerika und in die Filmstudios. Er arbeitete als Tänzer, Sänger, Pantomime, und es war in einer Bühnenshow, in der er einen betrunkenen Randalierer spielte, als Mack Sennett, der Boss der Keystone-Filmgesellschaft, auf ihn aufmerksam wurde. In seinem Jahr bei Keystone drehte Chaplin 35 Slapstick-Filme für 175 Dollar die Woche - und war am Ende des Jahres ein populärer Mann.

1915 wechselte er von Keystone zu Essenay, verdiente jetzt 1250 Dollar und hatte mehr Zeit für seine Filme. Doch schon im April kam sein "Tramp" in die Kinos, Chaplins erstes großes Meisterwerk. 1916 verdiente Chaplin schon 10000 Dollar/Woche plus 150000 Dollar Sonderprämien. Er war ein Superstar geworden. Trotz allen Erfolgs seiner Filme blieb die Haltung des offiziellen Amerika gegenüber dem 'armen' kleinen Engländer seltsam zwiespältig. Zwar war sein Name inzwischen weltweit ein Synonym für Film geworden, zwar hatte er (zusammen mit Douglas Fairbanks und Mary Pickford) eine erfolgreiche Hollywood-Gesellschaft gegründet, die United Artists Corporation, zwar galt sein "Goldrausch" (1924) als bis dahin bester Film aller Zeiten - doch nur mit spitzen Fingern gewährte ihm Hollywood 1928 einen Spezial-Oscar "für Vielseitigkeit und Genie". Einen normalen Oscar hat er nie bekommen.

Nachdem er noch 1937 "Moderne Zeiten" als Stummfilm abgeliefert hatte, öffnete sich Chaplin 1940 mit "Der große Diktator" spät dem Tonfilm. Die Jahre nach dem Krieg waren gekennzeichnet von der Gespensterjagd des Senators McCarthy auf "unamerikanische Umtriebe", und Charlie Chaplin war ein entschieden zu liberaler Mann, zumal was sein Ehe- und Sexualleben anbelangte. Seine Hochzeit mit Paulette Goddard, die er 1933 als 44-Jähriger geheiratet hatte (sie war 19) hielt er drei Jahre lang geheim. Es war dies schon seine dritte Ehe.

Seine erste Frau hieß Mildred Harris. Als er sie 1918 heiratete, war sie 16. Auch Lolita MacMurray war noch eine "sweet sixteen", als Charlie sie 1924 heiratete. Nach der Scheidung von Paulette Goddard, 1942, wurde Chaplin in verschiedene hässliche Prozesse verwickelt, die er zumindest vor dem Gesetz schadlos überstand, mit Ausnahme eines Vaterschaftsprozess, den Joan Barry gegen ihn angestrengt hatte. Die Erlösung für sein unstetes Privatleben kam durch Frau Nr. 4, Oona, eine Tochter des großartigen amerikanischen Dramatiker Eugene O'Neill. Nachdem die McCarthyisten ihn wegen vermeintlicher kommunistischer Verbindungen (unterschwellig aber auch wegen seines "unmoralischen Lebenswandels") aus Amerika ausgewiesen hatten, ließ er sich mit Oona und Familie am Genfer See nieder. Zur Zeit der Hochzeit war Chaplin 54, sie 18. Das bekannteste ihrer acht Kinder sollte Geraldine werden, die ihrer Mutter sehr ähnlich sieht und über Jahre mit führenden Regisseuren in großen Filmen arbeitete.

Auch wenn Chaplins Alterswerk zumindest an den Kinokassen keine Erdbeben mehr hervorrief, bleibt George Bernd Shaws Diktum auch 20 Jahre nach seinem Tod, 1977, gültig: "Er ist das einzige Genie, das der Film bisher hervorgebracht hat." Weitere Filme von Charlie Chaplin: "Der Champion", "Charlie Chaplin - A Woman" (beide 1915), "Der Abenteurer" (1917), "Gewehr über" (1917), "Der Immigrant" (1917), "Ein Hundeleben" (1918), "Der Vagabund und das Kind" (1921), "Gehetzte Unschuld" (The Pilgrim, 1923), "Die Nächte einer schönen Frau" (1923), "Der Zirkus" (1925), "Lichter der Großstadt" (1931), "Monsieur Verdoux - Der Frauenmörder von Paris" (1947), "Rampenlicht" (1952), "Ein König in New York" (1957) und "Die Gräfin von Hongkong" (1967).

Zusammenstellungen von Kurzfilmen: "Charlie gegen alle", "Charlie Chaplins Lachparade", "Lachen verboten", "Charlies Lachrevue", "Das waren noch Zeiten", "Die Chaplin-Revue", "Charlie Chaplin Centennial Collection 1 - 11", "Chaplin - Lost and Found", "Charlie Chaplin's Keystone Comedies 1- 5" und "Charlie Chaplin Collection".

Zur Filmografie von Charles Spencer Chaplin
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