In Åmål scheint das Leben schon zu Ende zu sein, bevor es beginnt. Diesen Eindruck macht zumindest das viel versprechende Kinodebüt des schwedischen Jung-Regisseurs Lukas Moodysson. Erzählt wird ein Teenager-Drama der etwas anderen Art: Die introvertierte Außenseiterin Agnes (Rebecca Liljeberg, Foto, l.) lebt seit einem Jahr in dem Provinznest Åmål - und ist todunglücklich. Aber Agnes hat sich verliebt. Allerdings sind die Chancen, ihren Augenstern zu erobern, gering. Denn Elin ist nicht nur wunderhübsch, beliebt und exzentrisch, sondern auch ein Mädchen ...

Die Art, wie der Film die ungewöhnliche Liebesgeschichte beschreibt, zieht den Zuschauer in seinen Bann. Die Kamera fängt das öde Leben der Teens so authentisch ein, dass man meint, die Landluft zu riechen. In Åmål, wo die Jugendlichen aus der Zeitung erfahren, dass ihre geliebten Rave-Parties im Rest der Welt schon wieder out sind, verläuft das Leben wie eine Game-Show, bei der man nicht gewinnen kann, weil man nicht mitgespielt hat. Eingebettet in diese Tristesse entwickelt der Film mit viel Gespür die langsame Annäherung der beiden Heldinnen, denen der Regisseur Lukas Moodysson ("Lilja 4-Ever") fraglos viel abverlangt. Einige Szenen vermögen nicht nur Teenager zu fesseln, sondern alle, die sich noch an die Zeit ihrer eigenen Pubertät erinnern können. Rebecca Liljeberg und Alexandra Dahlström wurden für ihre außergewöhnlichen schauspielerischen Leistungen jeweils mit dem schwedischen Filmpreis Guldbagge als beste Hauptdarstellerinnen ausgezeichnet.

Foto: Concorde