Sarka ist mit etwa einer Million Einwohnern Jordaniens zweitgrößte Stadt. Politische Islamisten sind in diesem ehemaligen industriellen Zentrum immer einflussreich gewesen. Sarka ist auch die Geburtsstadt von Abu Musa al Sarkawi, dem al-Qaida-Führer im Irak, der 2005 von US-Truppen getötet wurde. Viele kannten ihn hier, ein Teil seiner Familie lebt immer noch in der Stadt, die ein Rekrutierungsort für den Dschihad geblieben ist. Einst bekannte sich auch Abu Ammar zum Dschihad, heute sucht er seinen Glauben und seine Realität unter einen Hut zu bringen. Er muss ständig Rückschläge hinnehmen und ist gezwungen auf der Straße Kartons zu sammeln, um seine Familie zu ernähren. Als sich seine Situation verschlimmert, muss er eine radikale Entscheidung fällen.

Der ebenfalls in Sarka geborene palästinensisch-jordanische Regisseur Mahmoud al-Massad, der inzwischen in den Niederlanden lebt, wirft hier einen schonungslosen Blick hinter die Kulissen von Abu Ammars und al Sarkawis Heimatstadt und zeigt die komplexen Realitäten des Lebens im Nahen Osten, die hierzulande weitgehend unbekannt sind. Darüber hinaus gelingt ihm das sehenswerte Porträt des vom Leben gezeichneten Abu Ammar, der in seiner Heimatstadt mehr schlecht als recht über die Runden kommt. Mahmoud al-Massad wurde für sein Werk 2008 auf dem Sundance-Filmfestival mit dem World Cinema Kamera-Preis ausgezeichnet.

Foto: Mec Film