Die Statistiken sind eindeutig: Immer mehr Landwirte in Deutschland geben ihren Betrieb auf. Die Situation für Bauern wird immer schlechter. Billiglebensmittel in den Supermarktregalen und der damit verbundene Preisdruck auf die Landwirte sorgen dafür, dass immer mehr Höfe geschlossen werden. Selbst Biobauern, die lange Zeit als alternative Lösung zu dem Dilemma in der Landwirtschaft gesehen wurden, kapitulieren mittlerweile vor Behördenwahnsinn und dem Konkurrenzdruck. Bauernhöfe, oftmals über Jahrzehnte, teilweise sogar Jahrhunderte in Familienhand, werden von der folgenden Generation nicht übernommen. Konrad Kienle, langjähriger Bauer und Eigentümer eines schwäbischen Landwirtschaftsbetriebes, der seit 300 Jahren im Besitz der Familie ist, hat es da besser getroffen. Sein 30-jähriger Sohn will den Hof übernehmen. Doch das neue Konzept, das der Jungbauer verwirklichen möchte, passt seinem Vater gar nicht ...

Regisseur Tobias Müller begleitete das Vater-Sohn-Gespann über mehrere Jahre und gibt intensive Einblicke in eine Lebens- und Arbeitswelt, die von vielen gar nicht mehr richtig wahrgenommen wird und die fast vom Aussterben bedroht ist. Dabei schildert der Filmemacher den hindernisreichen Weg des Jungbauern, der durchaus bereit ist, den Bauernhof seines Vaters zu übernehmen, aber eben einen anderen Weg einschlagen möchte. Getreu nach der Devise: "Ich mache es my way." Dass hier zwei recht eigensinnige Helden aufeinandertreffen, sorgt für die ein oder andere Spannung in der Dokumentation, lässt aber nicht vergessen, dass dieses Thema recht speziell ist und definitiv nicht die großen Massen vor die Leinwand ziehen wird. Ob sich der Wunsch des Regisseurs, "dass Bauern und Bevölkerung wieder mehr Berührungspunkte haben", mit diesem filmischen Beitrag erfüllen wird, bleibt fraglich.



Foto: Teichoskop/Nigin Beck