Irgendwann kurz vor dem Angriff der Amerikaner auf das Saddam-Hussein-Regime im Irak: In einem kurdischen Flüchtlingslager nahe der türkischen Grenze leben die Waisenkinder in extremer Armut. Sie müssen ihr Geld mit dem Bergen amerikanischer Landminen verdienen, die sie für wenige Dinare an Unterhändler abgeben, die diese dann teuer an die UNO weiterverkaufen. Zu ihnen gehört auch Satellit, der eine Kindergruppe anführt und gute Kontakte zur nächsten Stadt und den Händlern dort hat. Eines Tages begegnet der Junge der hübschen Agrin mit ihrem zweijährigen Sohn Digah. Das ist der Auftakt zu einer zarten Liebe...

Auch in seiner dritten Regiearbeit, das mehrfach preisgekrönte Drama "Schildkröten können fliegen", nimmt sich der iranische Regisseur, Autor und Produzent Bahman Ghobadi der Kurdenproblematik an. Bereits in seinem Kinodebüt "Zeit der trunkenen Pferde" (2000) thematisierte er den harten Überlebenskampf in Kurdistan, und das Drama "Verloren im Irak" (2002) zeigte die grauenvolle Ausrottungspolitik Saddam Husseins gegenüber den irakischen Kurden. Ghobadi drehte "Schildkröten können fliegen" ausschließlich mit Laiendarstellern, heraus kam ein bewegender Film, der das Leid der vom Krieg körperlich und seelisch verstümmelten Kinder auch hierzulande deutlich macht. Ghobadis Werk wurde unter anderem mit der Goldenen Muschel als bester Film beim Filmfestival von San Sebastian, mit dem Friedensfilmpreis der Berlinale 2005 und dem Special Jury Prize auf dem Filmfest in Tokio ausgezeichnet.

Foto: mîtosfilm