Psychosen sind nicht nur weiter verbreitet, als es scheint, sondern auch ein außerordentliches gesellschaftliches Tabuthema. Sie scheinen nicht heilbar und stellen das Leben der Betroffenen buchstäblich auf den Kopf. Nichts ist mehr, wie es war, an Aufenthalte in der Psychiatrie schließt sich eine oft lebenslange Abhängigkeit von Medikamenten an, deren Nebenwirkungen gravierend sein können. Über die Krankheit zu sprechen ist ein nach wie vor Tabu – denn wer erklärt sich schon freiwillig für verrückt?

Die selbst betroffene Autorin und Regisseurin Gamma Bak wagt es zum ersten Mal überhaupt, über die verschiedenen Stadien ihrer Krankheit einen autobiografischen Film zu drehen. Entstanden ist ein extrem intimes Selbstporträt, das nicht nur einen Einstieg in das komplexe Thema bietet, sondern auch einen direkten Einblick in das Ringen mit der Diagnose "Psychose" und der damit verbundenen Stigmatisierung erlaubt. Mit Archivmaterial aus Selbstinterviews und Gesprächen sowie Videobriefen von der Familie und Freunden angereichert, entsteht so das Bild einer äußerst komplexen Krankheit, mit der sich Bak in einzigartiger Weise und sehr mutig auseinander setzt.



Foto: GMfilms