Offenbar hat der Alltag das Leben von Brigitte und Xavier in die Langweile der Routine getrieben. Das Ehepaar betreibt in der Normandie eine Viehzucht, die Kinder sind erwachsen und wohnen nicht mehr zu Hause, lediglich Tierwettbewerbe lockern das Leben auf. Doch auch davon hat Brigitte eigentlich nie etwas gehalten, stand ihrem Mann aber dennoch stets zur Seite.

Als sie auf einer Party im Nachbarhaus dem jungen Pariser Stan begegnet und der nicht nur mit ihr flirtet, sondern ihr eindeutige Avancen macht, wird bei Brigitte eine schlummernde Sehnsucht geweckt. Zunächst geht sie nicht auf Stans Drängen ein, schiebt aber später einen Arztbesuch in Paris vor, um Stan zu treffen.

Für kurze Zeit lebt Brigitte auf, taucht in eine andere Welt und lernt schließlich noch den charmanten Skandinavier Jesper kennen. Derweil ahnt Xavier nichts Gutes und reist seiner Frau nach ...

Einige wunderbare Momente

Wären nicht einige wunderbare Momente, man könnte diese gut gespielte Tragikomödie um die Lebens- und Liebeswirren einer Mittfünfzigerin getrost vergessen. Denn allzu langatmig ging Regisseur Marc Fitoussi seine Geschichte an, verweilt in belanglosen Szenen und schneidet in spannenden.

Dank der guten Darsteller, die mit wenig Mimik und kleinen Gesten unglaublich viel auszudrücken vermögen, und die manchmal fein beobachteten Augenblicke des beredten Schweigens in einer langjährigen Ehe kann man dieses Werk dennoch genießen – auch wenn ein paar Enden zu viel hinzugefügt wurden.