Die beiden Filmemacher Nicolas Humbert und Werner Penzel haben den in England geborenen, aber zur Zeit der Entstehung des Films in New York lebenden Avantgarde-Musiker Fred Frith bei Konzerten, Proben und Sessions rund um die Welt beobachtet. Dabei gibt sich Frith nicht immer mit herkömmlicher Klangerzeugung zufrieden und bezieht auch alltägliche Gebrauchsgestände in sein Instrumentarium ein. Seine Tischgitarre wird mit Bürsten, ungekochten Nudeln unterschiedlichster Formen, Reis u.ä. traktiert, Signaltöne eines Elektro-Weckers geben den Rhythmus vor, Eimer, Gläser und Blechdeckel dienen als Schlagzeugersatz usw.

Das Ergebnis ist kein "gewöhnlicher" Musik-Film, sondern ein gelungener Versuch, den Improvisationscharakter der Musik von Fred Frith in Bilder umzusetzen. In Schwarzweiß schildern die Regisseure die bunte Vielfalt eines Ausnahme-Musikers. Der Zuschauer erfährt einiges über den Zusammenhang von Lebenswandel, Kreativität, Improvisation und Spontanität. Improvisierte Klänge, urbane Musik und rhythmischer Art-Rock (teilweise mit folkloristischem Anstrich) finden ihre filmische Entsprechung: Hektik an einer Straßenkreuzung, ein älteres Paar, das auf eine Bahn wartend zum Rhythmus der Musik zu tanzen scheint, Lichter der Großstadt, Landstraßen, Zäune, Getreidefelder im Rhythmus des Windes, fliegende Zeitungsfetzen und Gesichter aus der Menge. Aber auch Maschinen- bzw. Umweltgeräusche scheinen einem eigenen, alles beherrschenden Rhythmus zu unterliegen - frei nach dem John Cage-Motto: "Alles ist Musik."

Foto: Arsenal