Die Tanzschüler der Pariser Oper ... 5 Jahre später - Freiheit und Selbstverwirklichung

Kultur • Mi., 13.01. • 26 Min.
Im Wechsel mit dem Klassiker „Schwanensee“ zeigt die Pariser Oper moderne Tanzaufführungen unter Leitung des namhaften zeitgenössischen Choreographen Jiri Kylian, für deren Besetzungen Antonio, Marion, Pablo, Simon, Héloïse und Clémence ausgewählt wurden. Hier gilt die Hierarchie des klassischen Balletts nicht: Gastchoreographen wählen die Tänzer aus, die in Solistenrollen auftreten sollen. So arbeitet Antonio in „Tar and Feathers“ gemeinsam mit Startänzerin Dorothée Gilbert, während sich Pablo und Simon in „Bella Figura“ und der „Psalmensymphonie“ profilieren können. Die Beziehung zum Tanz ist nun eine völlig andere: Es geht nicht mehr darum, vorgeschriebene Rollen zu interpretieren, die zum Standardrepertoire gehören und seit Jahrhunderten unverändert getanzt werden, sondern sich im Hier und Jetzt von der Musik tragen zu lassen und die eigene tief verborgene Ausdrucksfähigkeit zur Entfaltung zu bringen. Anders als an der Ballettschule geht es nun um mehr als Bewegung: Kylian fordert von seinen Darstellern, beim Tanzen Risiken einzugehen und somit etwas Authentisches entstehen zu lassen. Eine bewusstseinsverändernde Erfahrung, denn die Freiheit, man selbst zu sein, führt unweigerlich zu der Frage, wie dieses Selbst eigentlich aussieht. Wie können die jungen Tänzerinnen und Tänzer darauf eine Antwort finden, wo doch ihre Lehrjahre ganz auf die perfekte Ausführung klassischer Ballettpositionen ausgerichtet waren?

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