"Volle Kanne"-Interview: Sittler schießt gegen Trump
Im ZDF-Magazin "Volle Kanne" hat sich Walter Sittler (73) zu der aktuellen politischen Lage in den USA geäußert. Der Schauspieler und Filmproduzent wurde in Chicago geboren und kam erst im Alter von sechs Jahren mit seiner Familie nach Deutschland. Noch heute besitzt er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft – und ist wahlberechtigt.
Auf Nachfrage von ZDF-Moderator Carsten Rüger erklärte Sittler, seine Stimme für die anstehenden Midterm-Wahlen bereits abgegeben zu haben: "Ich habe auch schon gewählt, mein 'mail-in voting' – was Trump hoffentlich nicht verhindern wird – ist schon in Chicago", sagte er. Die US-Zwischenwahlen, bei denen die Mehrheitsverhältnisse in Repräsentantenhauses und Teilen des Senats neu verteilt werden, finden am 3. November statt.
Er hoffe auf einen deutlichen Sieg der Demokraten, für den auch Stimmen aus dem republikanischen Lager sorgen könnten, betonte Walter Sittler im ZDF: "Diejenigen Republikaner, die bei Verstand sind, merken: Das Land geht kaputt so. Man muss es miteinander machen." Auch die gewaltsamen Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE verurteilte der 73-Jährige und bezeichnete die Vorgänge als "so abstoßend, dass es, glaube ich, die Mehrheit dazu bringen wird, demokratisch zu wählen". Die Vorraussetzung dafür seien jedoch faire Wahlbedingungen.
Walter Sittler über Lage in den USA: "Ich hätte mir das nicht vorstellen können"
Carsten Rüger zitierte eine Aussage Sittlers aus dem Jahr 2024, als Donald Trump zum zweiten Mal zum US-Präsidenten gewählt worden war. Damals kündigte der frühere "Der Kommissar und das Meer"-Star an: "Ich werde den Teufel tun und meine Reisen einschränken, nur weil in den USA ein Demokratie-verachtender Lügner Präsident wird."
Dies sei "starker Tobak" gewesen, merkte Rüger an. Doch Sittler widersprach: "Es ist kein starker Tobak, sondern das ist einfach Realität, das ist ein Fakt. Ich beleidige ihn gar nicht, weil er macht den Mund auf und da kommt etwas raus, was nicht stimmt. Nicht immer, aber fast immer."
Mit Blick auf Trumps bisherige Amtszeit gestand er: "Ich hätte mir das nicht vorstellen können, dass es so wird, wie es jetzt ist." Ehefrau Sigrid Klausmann (71), ebenfalls bei "Volle Kanne" zu Gast, stimmte zu. Das Ausmaß sei "unfassbar", meinte die Regisseurin. Sittler merkte an: "Man fragt sich, wo er diese vielen Leute herkriegt, die das machen, was er in seiner nicht mehr ganz heilen Sicht auf die Welt macht." Es sei "eine Katastrophe, was da passiert", bekräftigte Sittler.
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH