Midterms

"Markus Lanz – Amerika ungeschminkt: Was kommt nach Trump?": Die Sondersendung im ZDF

03.11.2026, 06.30 Uhr
Markus Lanz begibt sich in "Amerika ungeschminkt" auf eine Reise durch die Südstaaten der USA, um die Zukunft nach Trump und die Spaltung der Gesellschaft zu beleuchten.

Nach zwei ereignisreichen Jahren unter Präsident Donald Trump geht es am 3. November um eine richtungsweisende Entscheidung: Die anstehenden Zwischenwahlen, so heißt es, würden mehr als je zuvor über die Zukunft der Vereinigten Staaten bestimmen. Während bei den Midterms die Frage geklärt wird, ob Trump die Mehrheit im Kongress und weiter an Zustimmung verlieren könnte, blickt Markus Lanz im Vorfeld schon weiter voraus: "Was kommt nach Trump?" will der ZDF-Moderator in seiner Reportage "Amerika ungeschminkt" wissen, für die er sich erneut in die USA begeben hat. Diesmal reist er gemeinsam mit Anabel Münstermann durch die Südstaaten, um die MAGA-Bewegung und die Zukunft des Landes in den Fokus zu nehmen.

ZDF
Markus Lanz – Amerika ungeschminkt: Was kommt nach Trump?
Dokumentation • 03.11.2026 • 22:15 Uhr

Hatte sich der 57-Jährige zuletzt vor den Präsidentschaftswahlen 2024 dem Zustand der Staaten und ihrer polarisierten Gesellschaft gewidmet, beleuchtet er diesmal auch kritisch die Vorstellung der "gespaltenen Gesellschaft" selbst. Ticken die US-Amerikaner wirklich so gegensätzlich oder beschäftigt sie letztlich doch derselbe Wunsch nach einer guten Zukunft in Sicherheit? Der Film, der hierzulande am Wahltag gezeigt wird, bevor in den Staaten die Ergebnisse feststehen, soll laut Ankündigung "hinter die vertrauten Bilder vom reichen, armen und politisch gespaltenen Amerika" blicken.

Trotz Migrationserfahrung für Trump

Markus Lanz und Anabel Münstermann treffen auf ihrer Reise, die sie unter anderem nach Florida und Louisiana führt, vor allem Trump- und MAGA-Unterstützer – oder solche, die es mal waren. Nicht wenige haben der Bewegung den Rücken gekehrt, aus unterschiedlichsten Motiven. Andere wiederum halten zum Präsidenten, auch wenn sie mit dessen Politik bisweilen nicht einverstanden sind – so etwa Tankstellenbesitzer Larry, der trotz hoher Spritpreise Trump verteidigt. Kann das "Make America Great Again"-Movement auch unabhängig von seiner Galionsfigur fortbestehen? Gibt es mögliche Nachfolger für die Zeit nach Trump? Oder droht sich die Bewegung weiter zu radikalisieren?

Auf welche Widersprüche man bei näherem Blick stößt, zeigt die Reportage in Miami: Dort leben zahlreiche Trump-Anhänger, die ursprünglich aus Kuba stammen und trotz ihrer Migrationsgeschichte die migrationskritischen Narrative des Präsidenten teilen. Lanz versucht im Gespräch mit Exil-Kubanern in "Little Cuba" herauszufinden, wie diese Haltung mit den Erfahrungen auf Kuba zusammenhängt, wie sie sich eine freie Gesellschaft vorstellen und was sie von ihrem Idol erwarten.

Zwischen Leihmutterschaft, Krabbenfischern und Manosphere

In der Florida-Metropole wird auch deutlich, dass die gesellschaftlichen Grenzen in den USA nicht unbedingt entlang politischer Meinungen verlaufen, sondern vor allem zwischen Arm und Reich: Auf der einen Seite Millionäre und Milliardäre, die im offen zur Schau gestellten Luxus schwelgen. Auf der anderen prekäre Verhältnisse, steigende Kosten und sozialer Abstieg ...

Wie weit die ökonomische Unsicherheit in großen Bevölkerungsteilen führen kann, beobachten Lanz und sein Team in New Orleans: In der legendären Stadt ist etwa Leihmutterschaft eine verbreitete Möglichkeit geworden, der drohenden Armut zu entfliehen. Von Inflation und Globalisierung getriebene Sorgen um die eigene Existenz machen sich derweil auch die Krabbenfischer, die in der Reportage mit der Kamera begleitet werden. Weshalb, so fragt der Film, würden dennoch so viele ärmere Menschen wieder Trump die Stimme geben?

Nicht zuletzt beleuchtet Markus Lanz in seiner nunmehr fünften Reportagereise nach Amerika, welche gesellschaftlichen Veränderungen in den vergangenen Jahren beobachten lassen. Es geht um das Comeback alter familiärer Rollenbilder, um wiederkehrende Geschlechtervorstellungen aus den 50er-Jahren und dem Anwachsen der oft diskutierten Manosphere, das auch mit dem Aufstieg Trumps einherging. Lanz trifft Influencer, die offensiv sexistische Männerbilder propagieren – und besucht natürlich die heute mehr denn je unvermeidlichen Gunshops, in denen sich die US-Amerikaner mit Waffen eindecken können.

Die 75-minütige Doku ist vor der linearen Ausstrahlung zur Primetime bereits ab Vormittag des Wahltags in der Mediathek abrufbar. Nach der Ausstrahlung im ZDF diskutiert Markus Lanz dann ab 23.30 Uhr in seiner regulären Sendung mit Gästen aus Politik und Gesellschaft.

Markus Lanz – Amerika ungeschminkt: Was kommt nach Trump? – Di. 03.11. – ZDF: 22.15 Uhr

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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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