Diversity-Debatte

Thelma Buabeng sieht Fortschritte im TV – und warnt vor einem Trend

20.09.2026, 13.39 Uhr
Thelma Buabeng kehrt als BKA-Fallanalytikerin Gloria Acheampong zurück und spricht über Fortschritte für People of Colour in der TV-Branche. Doch gesellschaftlich sieht sie eine besorgniserregende Entwicklung: Der politische Rechtsruck und das schwindende Interesse an Diversity-Themen bereiten ihr Sorgen.
Thelma Buabeng
Schauspielerin Thelma Buabeng sieht einen gesellschaftlichen Rückschritt beim Thema Rassismus, wie sie im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau erklärt.  Fotoquelle: 2025 Getty Images/Gerald Matzka

In der Film- und Fernsehbranche sieht Schauspielerin Thelma Buabeng Fortschritte für People of Colour, gesellschaftlich gehe es jedoch "wieder in die andere Richtung", warnt sie in einem Interview.

Thelma Buabeng ermittelt erneut als BKA-Fallanalytikerin

Im Krimi "Die Polizistin und die Totenstille" (Montag, 21. September, 20.15 Uhr, ZDF, bereits ab 12. September in der Mediathek) ist Thelma Buabeng zum zweiten Mal als BKA-Fallanalytikerin Gloria Acheampong zu sehen. Bereits 2024 ermittelte sie in Norddeutschland, für den zweiten Teil der möglichen Reihe geht es ins Frankfurter Bahnhofsviertel. Die 45-jährige Rheinländerin ist die erste schwarze Schauspielerin, die in einer solchen Reihe die namensgebende Kommissarin verkörpert. In der TV-Branche gehe es "in die richtige Richtung", sagt Buabeng im Interview mit der Agentur teleschau zum neuen Film: "Ich höre von vielen schwarzen Kolleginnen, dass sie mittlerweile mehr arbeiten können" – auch wenn "bisweilen immer noch ein überkommenes Bild deutscher Realität" in Film und Fernsehen gezeigt werde.

Doch in der deutschen Gesellschaft sieht sie eine andere, besorgniserregende Entwicklung: "Leider bewegen wir uns momentan wieder in die andere Richtung. Die Leute sind eher genervt vom Diversity-Thema. Nach dem Motto: Wir haben doch jetzt genug drüber geredet." Im Rahmen von "Black Lives Matter" habe das Thema Rassismus viel Aufmerksamkeit bekommen, erinnert sich Buabeng. Die Bewegung entstand 2013 in den USA und nahm nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd 2020 auch in Deutschland Fahrt auf. Zehntausende protestierten in Hamburg, Berlin und anderen deutschen Großstädten gegen Rassismus und gegen Polizeigewalt.

Thelma Buabeng spricht über Rassismus und gesellschaftlichen Rechtsruck

"Ich war richtig gehyped davon damals", erzählt Buabeng, die selbst bereits ihr ganzes Leben und vor allem im Schauspielberuf Rassismus erfahren hat, mit einem Lachen. "Auf einmal waren auch in der Werbung viele Migranten zu sehen: Frauen mit Kopftuch, schwarze Menschen. Alle marginalisierten Gruppen bekamen auf einmal Präsenz", erklärt sie. Die Gesellschaft sei eine andere, "aber das ist noch nicht überall angekommen", stellt die 45-Jährige fest. Hinzu komme der politische und gesellschaftliche Rechtsruck im Land: "Der ist messbare Realität."


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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