Der geniale Diagnostiker Dr. Gregory House vom Lehrkrankenhaus der Universität Princeton, New Jersey, steht im Mittelpunkt der erfolgreichen TV-Serie, die RTL am 9. Mai 2006 ins Programm nahm. Bereits die erste Staffel der Serie lief bei RTL mit großem Erfolg und traumhaften Einschaltquoten und auch in den USA konnte die Serie das Publikum überzeugen - "Dr. House" gehörte stellenweise zu den Serien mit den höchsten Einschaltquoten. Die Mischung aus kriminalistischer Diagnosetechnik, die sarkastisch, respektlose und unwirsche Art der titelgebenden Hauptperson Dr. House und die sehr gute Umsetzung durch den britischen Schauspieler Hugh Laurie sorgten dafür, dass sich die Serie zu einem Dauerbrenner entwickelte und es auf insgesamt acht Staffeln mit 177 Folgen brachte. Und auch bei Preisverleihungen zeigte sich die Arztserie als sehr erfolgreich. Mehrere Emmy- und Golden Globe-Awards konnte "Dr. House" gewinnen und setzte sich somit gegen andere Serien durch.

Diagnostik als roter Faden

Dr. House und sein Team - allen voran seine Vorgesetzte, Dr. Lisa Cuddy - sorgen sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise um das Wohlergehen der Patienten. Für Dr. House gilt allerdings das Wohlergehen der Patienten, die mit einer sehr ungewöhnlichen Krankheit ins Krankenhaus kommen, weitaus mehr, als die Gesundheit der Patienten, die er bei seinem Pflicht-Ambulanz-Dienst zu behandeln hat. Dr. House macht die Regeln, die Regeln des Krankenhauses bricht er dabei mehr als einmal und wählt nicht nur sehr teure, sondern auch sehr umstrittene Diagnosemethoden aus. So sind es die vielen ungewöhnlichen Krankheiten - darunter etwa so bekannte Erkrankungen wie Lepra und Milzbrand, aber auch solch relativ unbekannte wie Purpura Schönlein-Henoch oder Morbus Cushing - und die Diagnose dieser Erkrankungen, sowie die Heilung der Patienten, der rote Faden, der sich durch die Serie zieht.

Auch Dr. Houses Verhältnis zu seinen Kollegen - besonders sein bester Freund Dr. James Wilson, der von Robert Sean Leonard gespielt wird - sorgt Folge für Folge für Zündstoff und Unterhaltung. Das Ganze wird zudem durch die Drogensucht des Hauptcharakters, seine Abhängigkeit von Vicodin, gewürzt und auf die Spitze getrieben.

Sein Team

Sein Team, das im Laufe der Staffeln einige Modifikationen erfuhr, bestand anfangs aus dem Neurologen Dr. Eric Foreman, der Immunologin Dr. Allison Cameron und dem Intensivmediziner Dr. Robert Chase. Nach einigen Umstrukturierungen kamen in Staffel vier Dr. Chris Taub (Peter Jacobson), Dr. Remy "Dreizehn" Hadley (Olivia Wilde) und Dr. Lawrence Kutner (Kal Penn) zum Team hinzu. Einen weiteren Neuzugang gab es in Staffel sieben mit Amber Tamblyn in der Rolle der Dr. Martha M. Masters. Zwei weitere Medizinerinnen stießen in Staffel acht zum Diagnose-Team: Odette Annable als Dr. Jessica Adams und Charlyne Yi als Dr. Chi Park.

Doch da sich in dieser Arztserie im Großen und Ganzen alles um Dr. House alias Hugh Laurie dreht, sind alle anderen Darsteller rund um den grantigen Doktor aus dem Princeton-Plainsboro Teaching Hospital nur Stichwortgeber, etwas bessere Statisten und jederzeit austauschbar. Lediglich das Stammpersonal u.a. Dr. Lisa Cuddy, gespielt von Lisa Edelstein, die nach über 150 Episoden der Serie den Rücken kehrte, hinterließ beim Zuschauer einen tieferen Eindruck, als all die Patienten oder Nachwuchsdiagnostiker, die hinter der übermäßigen Präsenz des Hauptdarstellers verschwanden.

Dramatisches Ende

Es war ein recht tragisches Ende und doch blieb am Schluss der Serie einiges offen. Nach acht Staffeln und 177 Folgen musste Dr. House eine Lösung finden, mit der er sich von all seinen Schwierigkeiten befreien konnte. Er täuschte seinen Tod vor, damit er mit seinem besten Freund Wilson dessen letzte Zeit verbringen konnte. Am Ende siegte tatsächlich die Freundschaft und Dr. House zeigte mehr Herz, als man in all den vorangegangenen Episoden gesehen hatte. Grantig war er, ein Antiheld und doch so cool, dass selbst Männer sich in seine heilenden Hände begeben hätten. Und auch wenn er sich nicht zu Schwiegermutters Liebling entwickeln wollte, so hatte er doch genügend weibliche Fans. U.a. soll sich sogar die Queen für die Serie begeistert haben. Von allen Serien im TV sei Dr. House eine gewesen, die sie ungern verpasste.

Fortsetzung des Erfolges

Für RTL war die Serie ein Glücksgriff. Selbst die Einschaltquoten von Wiederholungen sorgten bei den Verantwortlichen von RTL für strahlende Augen. Und auch bei den Schwestersendern von RTL (u.a. SUPER RTL) konnte sich "Dr. House" zwischen allen anderen Serien behaupten.

Von Hugh Laurie hat man nach dem Ende von "Dr. House" nicht mehr so viel gehört. Zu sehr ist Hugh Laurie mit dem Part des Mediziners verbandelt, als dass man ihn auch anderweitig hätte einsetzen wollen. Zwar folgten im Anschluss einige Serien-Auftritte, die jedoch waren weniger spektakulär. Und auch seinen Kollegen erging es nicht anders. Cuddy-Darstellerin Lisa Edelstein blieb mit ihren folgenden Engagements weit hinter der Aufmerksamkeit, die sie als Krankenhauschefin Dr. Lisa Cuddy erreichte, zurück.