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    Johnny zieht in den Krieg

    OriginaltitelJohnny Got His Gun
    DVD-StartDonnerstag, 21. September 2006

    Johnny (Timothy Bottoms) wird zum Kanonenfutter  
    ¿T?

    Antikriegsfilm, USA 1971, Regie: Dalton Trumbo, Buch: Dalton Trumbo, Kamera: Jules Brenner. Autor: Dalton Trumbo. Musik: Jerry Fielding, Produzent: Bruce Campbell. Mit: Timothy Bottoms, Marsha Hunt, Jason Robards, Kathy Fields, Diane Varsi, Sandy Brown Wyeth, Don Barry, Donald Sutherland.

    "Wenn dein Land dich braucht, musst du gehen", sagt Joe Bonham der weinenden Kareen am Bahnhof, bevor er als einer von Tausenden jungen Amerikanern in den Zug steigt, um als Soldat im Ersten Weltkrieg seine Pflicht zu erfüllen. Beim Kampf wird der 17-jährige schließlich von einer Granate getroffen, sie reisst ihm Arme und Beine ab, fortan ist er blind, taub und stumm. Die behandelnden Ärzte lassen Johnny nur für Experimente künstlich am Leben, denn sie sind der Überzeugung, dass er weder fühlen, noch träumen, noch denken könne. Deshalb legt man ihn aus Platzgründen schließlich in die Abstellkammer eines Lazaretts. Doch Joe lebt: Er fühlt, denkt, erinnert sich und verzweifelt an der Unfähigkeit sich mitteilen und selbst helfen zu können ...

    Ähnlich wie die fast zeitgleich entstandenen Antikriegsklassiker "M.A.S.H." von Robert Altman und "Catch 22" von Mike Nichols veranschaulicht Regisseur Dalton Trumbo in der Verfilmung seines eigenen Romans Grauen und Sinnlosigkeit des Krieges. Dabei verzichtet er jedoch weitestgehend auf die satirischen, mitunter sarkastischen Elemente, die Bestandteil der beiden erstgenannten Filme sind. Trumbo hatte seinen Roman bereits 1939 verfasst, doch erst 1971 konnte sich der Autor zu seiner ersten und einzigen Regiearebit durchringen. Trumbo verlieh dem nahezu Unsagbaren Ausdruck, indem er in die grobkörnigen, asketischen schwarzweißen Krankenhausszenen farbige Erinnerungsbilder und surrealistische Traumsequenzen einmontierte. Damit gelang es ihm, die erschütternde Geschichte aus dem Ersten Weltkrieg in einen ebenso erschütternden, überzeugenden Antikriegsfilm zu übersetzen. "Johnny zieht in den Krieg" erhielt 1971 bei den Filmfestspielen Cannes den Großen Preis der Jury und den Preis der Internationalen Filmkritik.

    Foto: Studiocanal


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