Corinna (Ingrid Caven) will von der Tat des Vaters
profitieren

Mutter Küsters' Fahrt zum Himmel

KINOSTART: 01.07.1975 • Drama • Deutschland (1975) • 120 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Mutter Küsters' Fahrt zum Himmel
Produktionsdatum
1975
Produktionsland
Deutschland
Filmstudio
Tango Film, Filmverlag der Autoren
Laufzeit
120 Minuten
Music

Hermann Küsters arbeitet seit 20 Jahren in einer Reifenfabrik in Frankfurt. Als das Werk mit Massenentlassungen droht, erschießt Hermann erst den Chef und dann sich selbst. Seine Frau Emma, Mutter Küsters, steht der Katastrophe zunächst völlig hilflos gegenüber. Ihr Sohn Ernst und dessen schwangere Frau Helene wenden sich von ihr ab. Sie wollen mit dem Fall des "Fabrikmörders" nicht in Verbindung gebracht werden. Ihre Tochter Corinna dagegen nutzt die plötzliche Popularität für ihre Karriere als Nachtklub-Sängerin. Der Reporter Niemeyer erscheint Mutter Küsters netter, auch bemitleidenswerter als die sensationshungrige Meute seiner Kollegen. Aber er schreibt einen besonders reißerischen und verleumderischen Artikel. Zuspruch findet Mutter Küsters dagegen bei Karl Tillmann, einem Journalisten der DKP-Zeitung "UZ", und dessen Frau Marianne. Die beiden erklären ihr, daß die Tat ihres Mannes falsch war, seine Motive aber verständlich, nämlich das Resultat jahrzehntelanger Unterdrückung am Arbeitsplatz und Protest gegen die geplanten Entlassungen. Mutter Küsters fühlt sich endlich ernst genommen. Sie tritt der DKP bei und erhofft sich die Rehabilitierung ihres Mannes in der Öffentlichkeit. Als das nicht geschieht, wendet sie sich an einen "Anarchisten", der ihr versprochen hat, ihre Sache durch Aktionen publik zu machen. Er besetzt mit Freunden die Redaktion der Illustrierten, in der Niemeyers Reportage erschienen war. Erschrocken muss Mutter Küsters mit ansehen, wie der Terrorist Geiseln nimmt und die Freilassung aller politischen Gefangenen in der Bundesrepublik fordert ...

Ein typisches Fassbinder Sozialdrama als Lehrstück über den Egoismus des Einzelnen. Ähnlich wie Volker Schlöndorff in seiner zeitgleich entstandenen Böll-Verfilmung "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" nahm Fassbinder hier Bezug auf die seinerzeit einsetzende "Terroristen-Sympathisanten"-Hetze, wenn auch nicht so kritisch wie Schlöndorff. Gleichzeitig war Rainer Werner Fassbinders Werk seine Antwort auf den sozialkritischen Stummfilm "Mutter Krausens Fahrt ins Glück" (1929) von Piel Jutzi.

Foto: Kinowelt

Darsteller

Brigitte Mira
Eva Mattes spielte in einer Männerrolle auch einmal Rainer Werner Fassbinder, wurde beim breiten Publikum aber als "Tatort"-Ermittlerin Klara Blum bekannt.
Eva Mattes
Gottfried John
Sängerin und Schauspielerin Ingrid Caven
Ingrid Caven
Irm Hermann in "Händler der vier Jahreszeiten"
Irm Hermann
Karlheinz Böhm
Kurt Raab
Ich will doch nur mein Baby! Margit Carstensen als
Margot
Margit Carstensen
Volker Spengler
Weitere Darsteller
Peter Kern Armin Meier Matthias Fuchs Gustav Holzapfel Lilo Pempeit Vitus Zeplichal Y Sa Lo Adrian Hoven Hannes Kaetner

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