Margit Carstensen spielte nach dem Schauspielstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik in Hamburg und verschiedenen Engagementsam Theater der Freien Hansestadt Bremen. Während dieser Zeit lernte sie Rainer Werner Fassbinder kennen und bewegte sich bis zu seinem Tod 1982 in dessen Umfeld. Mit ihm entstanden u.a. "Die Niklashauser Fart" (1970), "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" (1972), "Martha" (1973), "Welt am Draht" (1973), "Nora Helmer" (1973), "Angst vor der Angst" (1975), "Mutter Küsters' Fahrt zum Himmel" (1975), "Chinesisches Roulette" (1976), "Satansbraten" (1976), "Die dritte Generation" (1979) und "Berlin Alexanderplatz" (1980).

1973 bekam Margit Carstensen das Filmband in Gold (Berliner Filmfestspiele) für die "Petra von Kant" und wurde von der deutschen Filmkritik zur besten Schauspielerin des Jahres gewählt. Margit Carstensen ist eine der großen deutschen Theaterheroinen. Sie arbeitet im Filmbereich vor allem mit Regisseuren der jüngeren Generation, u.a. mit Christoph Schlingensief ("100 Jahre Adolf Hitler - Die letzten Stunden im Führerbunker", "Die 120 Tage von Bottrop", "Terror 2000 - Intensivstation Deutschland"), Leander Haussmann ("Sonnenallee", 1999) und Romuald Karmakar ("Manila", 2000).

Außerdem ist Margit Carstensen auch immer wieder am Theater zu sehen, so etwa 1984 in München in Gotthold Ephraim Lessings "Emilia Galotti", 1993 in William Shakespeares Tragödie "Romeo und Julia", oder 2000 am Schauspielhaus Bochum in Henrik Ibsens "John Gabriel Borkman" und 2001 in "Der Narr und seine Frau heute Abend in Pancomedia" von Botho Strauß.

Weitere Filme mit Margit Carstensen: "Die Zärtlichkeit der Wölfe" (1973), "Spiel der Verlierer" (1978), "Kalte Heimat" (1981), "Bittere Ernte" (1984), "Derrick" (Serie, Episode: "Wer bist du, Vater?", 1991), "Anwalt Abel - Das schmutzige Dutzend" (1996), "Gesches Gift" (1997), "Feuerreiter" (1998), "Für mich gab's nur noch Fassbinder" (2000), "Scherbentanz" (2002), "Agnes und seine Brüder" (2004), "Hände weg von Mississippi" (2007), "Finsterworld" (2013).

Foto: Kinowelt