Walter Kranz ist Schriftsteller. In den späten Sechzigern war er als "Dichter der Revolution" bekannt, jetzt fällt ihm nichts mehr ein. Genervt von seiner keifenden Ehefrau und seinem debilen Bruder beendet Kranz seine Schaffenskrise mit einem Lustmord. Er plündert das Werk Stefan Georges und ist empört, als man ihn des Plagiats bezichtigt. Schließlich steigert Kranz sich so in seinen Wahn, dass er sich selbst für George hält. Kranz lügt, betrügt und erpresst. Von Schulden erdrückt, nimmt er seine Verehrerinnen, Prostituierte und seine Eltern aus. Er wird zusammengeschlagen, der Mord steht kurz vor der Aufklärung, doch er kann schließlich durch masochistische Erniedrigungen seine verloren geglaubte Kreativität wiedererlangen. Aber die Situation eskaliert ...

Fassbinders 27. Langfilm sollte ursprünglich den Titel des Romans tragen, an dem sein Held Walter Kranz zuletzt schrieb: "Keine Feier für den toten Hund des Führers". Mit einer grellen Inszenierung und ohne Rücksicht auf irgendeinen Geschmack zieht Fassbinder den Zuschauer in die Untiefen des menschlichen Daseins. "Es wird ein lustiger Film" meinte der Regisseur. Darüber kann man freilich geteilter Meinung sein.

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