Zweifellos zählt der australische Ausnahmemusiker und Poet Nick Cave zu den erfolgreichsten Künstlern unserer Tage. Dieser Film erzählt nun von den 24 Stunden des 20.000sten Tages, den Cave auf dieser Erde verbringt.

Er philosophiert über das Dasein, die Kunst - vor allem die Musik -, trifft seinen Psychotherapeuten, glaubt im Auto mit Bekannten und Freunden wie Schauspieler Ray Winstone, Musiker Blixa Bargeld und Sängerin Kylie Minogue unterwegs zu sein, trifft Mitmusiker wie Warren Ellis, nimmt im Studio mit seiner Band "The Bad Seeds" Songs für sein Album "Push the Sky Away" auf, denkt über seine große Liebe Susie nach ...  

Fakten und fiktive Spielszenen

Angereichert mit einer Fülle Dokumentarmaterial von alten Fotos bis zu Konzertmitschnitten porträtierten die beiden britischen Filmemacher Iain Forsyth und Jane Pollard den ungewöhnlichen Kosmopoliten und mischen dabei gekonnt Fakten mit fiktiven Spielszenen. Hier werden starke Musiknummern auch mal bis zum Ende gespielt und nicht nur - wie so oft in ähnlichen Porträts - angerissen.

Außerdem versuchte man der Frage nachzugehen, wie ein Leben aussieht, in dem sich jemand permanent in einem Prozess künstlerischer Kreativität befindet. Mit vielen ungewöhnlichen Bildern (ein Höhepunkt ist die phänomenale collagenhaft zusammengestellte Liebeserklärung an Susie) kann sich der Zuschauer mit dem Protagonisten auf eine packende Reise in die Musik, das Ego und die Seele Caves begeben. Nicht nur für Fans des Mannes ein lohnenswertes Unterfangen.

Interessant: Eigentlich sollten Forsyth und Pollard ursprünglich nur Doku-Material für Promotion-Zwecke drehen. Dabei kann schon mal ein Kleinod wie dieses Werk entstehen.