Dieb Bruno schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Durch einen Zufall lernt er eines Tages die attraktive Lehrerin Isabelle kennen. Als er dieser bei einem Unfall erste Hilfe leistet und ihr dabei kurzerhand die Armbanduhr stehlen will, ist dies der Auftakt zu einer ungewöhnlichen Beziehung, die das Leben der beiden aus den Fugen geraten lässt ...

Zeitlebens stand er im Schatten seines Vaters Gérard: der im Oktober 2008 verstorbene Charakterdarsteller Guillaume Depardieu. "A real life - Au voleur", das Regiedebüt der Französin Sarah Leonor (eigentlich Sarah Petit), zeigt ihn in einer seiner letzten Rollen, die ihm wie auf den Leib geschrieben ist. Depardieu, der mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt geriet und sich 2003 das rechte Bein amputieren ließ - die Spätfolge einer Staphylokokken-Infizierung, die er sich 1995 nach einem Motorrad-Unfall in einem Krankenhaus zugezogen hatte - überzeugt hier als hinkender wie schweigsamer Gauner, der sich zusammen mit der frustrierten Aushilfslehrerin, ebenso gekonnt verkörpert von Florence Loiret-Caille ("Malen oder lieben", "Ich darf nicht schlafen") auf eine ungewöhnliche Flucht begibt. Leonor hat das in poetischen Bildern eingefangen, denn was zunächst als Klein-Gangsterdrama beginnt, wandelt sich bald zu einer ruhig erzählten Liebesgeschichte, in der die beiden Protagonisten die zivilisatorischen Zwänge, die sie umgeben, zumindest für einen Moment vergessen können.



Foto: Projektor