Schon als 13-Jährige sind Dani, Mark, Rico, Pitbull und Paul in Leipzig Freunde. Und auch nach dem Mauerfall ist die Clique – inzwischen sind alle 17 – noch zusammen, lebt ziellos in ihrem Viertel vor sich hin, spielen mal die Starken, mal die Coolen und sind auch kleinen Straftaten und sanften Drogen nicht abgeneigt. Manchmal randalieren völlig grundlos und sind deshalb schon Stammgäste auf dem Polizeirevier. Dann träumen sie davon, eine eigene Disco zu eröffnen. Tatsächlich ist bald eine geeignete, unbewohnte Lokalität gefunden und nach Anfangsschwierigkeiten kommt der Laden ins Laufen. Allerdings sehen sich die Freunde bald mit einem Trupp Neo-Nazis konfrontiert ...

Unnötige Längen und Doppelungen

Regisseur Andreas Dresen und Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase – sie arbeiteten schon bei „Sommer vorm Balkon“ und „Whiskey mit Wodka“ zusammen – nahmen sich diesmal den mehrfach preisgekrönten, wohl autobiografisch gefärbten Debütroman von Clemens Meyer vor und tauchten in die Anfangsjahre der Wendezeit ein. Am Beispiel einer Leipziger  Jungenclique wird hier die aufkommende Techno-Szene mit einer typischen Coming-of-Age-Geschichte verbunden. Leider haben sich eine Menge unnötige Längen und Doppelungen eingeschlichen. Zudem wirken die Kinderdarsteller und deren Äußerungen recht hölzern. Hier schleicht sich der Verdacht ein, dass der 80-jährige Kohlhaase für derlei Geschichten vielleicht doch nicht wirklich die richtige Wahl war. So wirkt auch die jugendliche Euphorie über die anbrechende neue Zeit ebenso wie die Milieuschilderungen oft äußerst aufgesetzt und leblos. Schade!