Andreas Dresen

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Vielfach ausgezeichnet: Andreas Dresen
Andreas Dresen
Geboren: 16.08.1963 in Gera, Deutschland

Der Regisseur und Autor Andreas Dresen ist für seine lakonische Erzählweise bekannt und wird von seinen Darstellern für seine sensible Schauspielerführung gelobt. In seinen Filmen setzt er einen bewusst spröden Realismus gegen die in Deutschland inzwischen gängige Hochglanzästhetik von Soaps und Genrefilmen. Auf seiner Suche nach der Wirklichkeit arbeitet er von Film zu Film radikaler - durch eine Reduktion der filmischen Mittel.

Schon als 16-jähriger drehte der Sohn des Theaterregisseurs Adolf Dresen und der Schauspielerin Barbara Bachmann seine ersten Amateurfilme, bevor er 1984/85 als Tontechniker am Schweriner Theater arbeitete. Anschließend absolvierte er ein Volontariat im Defa-Studio für Spielfilme und arbeitete als Regieassistent bei Günter Reisch. Von 1986-1991 studierte Dresen schließlich Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg. Seit seinem Anschluss arbeitet er als freier Autor und Regisseurund ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg sowie Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie.

Mit seinen Kino- und Fernsehfilmen gehört Andreas Dresen zu den meistprämierten Regisseuren Deutschlands. Schon für sein Langfilmdebüt, die poetische Tragikomödie "Stilles Land" (1992), die die Wendeereignisse in der ostdeutschen Provinz thematisierte, wurde er mit dem Hessischen Filmpreis und dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet. Anschließend drehte er die Literaturverfilmung "Das andere Leben des Herrn Kreins" (1994) nach der Vorlage von Dusan Kovacevic und den Dokumentarfilm "Kuckuckskinder", in dem behutsam das Leben eines 14-jähriges Heimkindes beobachtete. Eine tragikomische Liebeskomödie ist dagegen "Mein unbekannter Ehemann" (1994), in dem eine Ehebrecherin ihre beste Freundin überredet, ihren Geliebten zu heiraten, damit dieser nicht des Landes verwiesen wird.

Nach dem Kinderfilm "Achterbahn: Freundin wider Willen" (1997) inszenierte Dresen noch im gleichen Jahr seinen ersten Serienkrimi "Polizeiruf 110 - Der Tausch". Ebenfalls 1997 das Aufsehen erregende Drama "Raus aus der Haut" (1997), in dem zwei zwei Schüler ihren parteihörigen Direktor entführen. Einem breiten Publikum wurde Dresen aber erst mit seinem Episodenfilm "Nachtgestalten" (1999) bekannt, in dem er die Erlebnisse einiger Großstädter im nächtlichen Berlin erzählte. "Nachtgestalten" wurde mit dem Silbernen Bären der Berliner Filmfestspiele, mit dem Deutschen Kritikerpreis, dem Deutschen Filmpreis in Silber prämiert.

Packend und realitätsnah war auch seine nächste Regiearbeit, das mit dem und dem Grimme-Preis in Gold ausgezeichnete Sozialdrama "Die Polizistin" (2000), in dem Gabriela Schmeide die Beamtin gab, die sich aufopferungsvoll um einen zehnjährgien Landendieb kümmert. Mit Schmeide und seinem Dauer-Darsteller Axel Prahl drehte Dresen auch die Komödie "Halbe Treppe" (2002). Verzichtet er schon in "Die Polizistin" auf Musik und künstliches Licht, so geht er in "Halbe Treppe" noch weiter. Der Film entstand ohne festes Drehbuch, um über Improvisation und in gemeinsamer Arbeit mit einem nur siebenköpfigen Drehteam und vier Schauspielern die Geschichte zu finden. Gedreht wurde mit einer kleinen digitalen Videokamera, die ebenfalls improvisierend auf die Aktionen der Darsteller reagieren musste. Ziel dieser Arbeitsmethode Dresens ist es, die Grenzen zwischen fiktionalem und dokumentarischem Arbeiten neu auszuloten. Lohn der Jury der Filmfestspiele von Berlin 2002: der Silberne Bär für Andreas Dresen. Darüber hinaus wurde der Regisseur mit dem Bayerischen Filmpreis, dem Deutschen Kritikerpreis, dem Deutschen Filmpreis in Silber sowie mit dem Regiepreis bei den Festivals in Gent und Chicago ausgezeichnet.

Nach dem Dokumentarfilm "Herr Wichmann von der CDU" (2003), in dem Dresen ein durchaus humorvolles Porträt des titelnden Politikers und der Menschen der Uckermark ablieferte, inszenierte Dresen 2004 das Drama "Willenbrock" nach dem gleichnamigen Roman von Christoph Hein, in dem er erneut mit Axel Prahl zusammenarbeitete. Beste Unterhaltung bietet auch die Komödie "Sommer vorm Balkon" (2005). Für diesen lakonisch-witzigen Spaß um die Hoffnungen und Wünsche einsamer Menschen wurde Dresen unter anderem mit dem Bayerischen Filmpreis als bester Regisseur belohnt, Autor Wolfgang Kohlhaase wurde bei den Filmfestspielen von San Sebastián für das beste Drehbuch ausgezeichnet und die beiden Hauptdarstellerinnen Inka Friedrich und Nadja Uhl gewannen den Darstellerpreis beim Filmfestival von Chicago.

Am Theater inszenierte Dresen zum ersten Mal 1996: Goethes "Urfaust" am Staatstheater Cottbus. es folgten weitere Theaterarbeiten, unter anderem am Schauspiel Leipzig sowie am Deutschen Theater Berlin, wo der Regisseur im Jahr 2002 die Uraufführung seines eigenen Theaterstücks "Zeugenstand" sowie 2006 Horvaths "Kasimir und Karoline" mit Inka Friedrich als Karoline inszenierte. Und im Februar 2006 führte Dresen in Basel seine erste Opernregie: Mozarts "Don Giovanni". 2008 entstand das Drama "Wolke 9", für das Dresen 2009 mit dem Deutschen Filmpreis als bester Regisseur ausgezeichnet wurde, und 2009 kam die wehmütige Tragikomödie "Whisky mit Wodka" in die Kinos. 2012 - zehn Jahre nach "Herr Wichmann von der CDU" - begleitete Dresen den CDU-Poliker erneut bei seiner Arbeit und sorgte mit "Herr Wichmann aus der dritten Reihe" für Einblicke in den Alltag eines Hinterbänklers.

Foto: Senator

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