Viorel ist ein ganz normaler Mann mittleren Alters. Er hat zwei kleine Töchter, ist geschieden und von Beruf Ingenieur. Auch sonst führt er ein ganz normales Leben. Er gerät schon mal mit Kollegen zusammen und diskutiert mit seiner Ex-Frau oder Lebensgefährtin über alltägliche Lebensssituationen. Im nächsten Moment streift er rastlos und nervös von einer inneren Unruhe getrieben durch Bukarest. Er kauft sich ein Gewehr und Munition und probiert die Waffe zu Hause aus. Dann isst er zu Abend, schaut noch ein wenig fern und macht sich anschließend mit seinem geladenen Gewähr auf den Weg in die Nähe eines Intercontinental Hotels. Dort versteckt er sich und wartet ... er hat das Gefühl, eine Rechnung begleichen zu müssen - mit sich und den anderen.

Cristi Puiu ("Der Tod des Herrn Lazarescu") hat mit diesem Film einen weiteren Teil seines Zyklus "Six Stories from the Outskirts of Bucharest" geschaffen und widmet ihn dem französischen Regisseur Eric Rohmer. Puiu ist jedoch nicht nur Regisseur dieses Werkes, sondern gleichzeitig auch Drehbuchautor und Hauptdarsteller. Er selbst spielt Viorel und gewährt dem Zuschauer auf seinem Weg eine ungewohnte Perspektive auf die Gesellschaft und die Räume der rumänischen Hauptstadt. An eine stringente Erzählstruktur ist der Film allerdings nicht gebunden und bietet eine vollkommen andere, reizvolle Form der Filmerzählung.

Foto: StadtkinoFilmverleih