Die schöne Lucille, die mit ihrem herrschsüchtigen Vater und ihrer Großtante in einer prächtigen Villa lebt, wird bald 18 und will sich endlich ihren großen Wunsch erfüllen: ein Literaturstudium. Doch damit ist ihr ätherabhängige Vater, ein Chirurg, überhaupt nicht einverstanden. Er will, dass Lucille Medizin studiert, so dass sie ihn bei seinen merkwürdigen Versuchen unterstützen kann. Doch dann kommt alles ganz anders: Bei einem Selbstmordversuch wird Lucilles Gesicht verätzt, schwer bandagiert ist sie nun ans Bett gefesselt und wird von der Krankenschwester Joan auf Geheiß des Vaters überwacht. Schon bald entwickelt sich zwischen den beiden mehr als nur Zuneigung ...

Die aus Venezuela stammende und in Paris lebende Filmemacherin Maria Beatty begann ihre Karriere mit zahlreichen Fetisch- und SM-Filmen, bevor sie dieses trashige, düstere und bewusst überspitzte Drama um eine lesbische Liebe inszenierte. Dabei bediente sie sich munter bei Klassikern wie etwa "Das unbekannte Gesicht", in dem Bogie banfagiert durch die Gegend rennt, oder dem Romy Schneider- und Lilly Palmer-Melodram "Mädchen in Uniform". Beattys Regiearbeit hat durchaus ihre Reize, so ist etwa die klaustrophobische Atmosphäre des Hauses gut eingefangen, und auch das Motiv des wahnsinnigen Arztes, der seine eigene Tochter für Versuchszwecke missbraucht, wird hier überzeugend eingesetzt. Doch einen ganzen Film trägt dies keinesfalls, zumal der Reiz des Verborgenen mit der Abnahme des Bandagen verloren geht.

Foto: GMfilms