Wenn man in South Beach, Florida, auf die Rolle gehen will, ist das extravagante Lokal "The Birdcage" eine der ersten Adressen. Star des "Birdcage" ist die Drag-Queen Starina. Die heißt im wirklichen Leben Albert und ist der langjährige Lebensgefährte des Clubbesitzers Armand. Eigentlich ist alles in Butter, doch dann schneit der junge Val ins Haus - Armands Sohn aus einem heterosexuellen Fehltritt. Val möchte heiraten, aber die Eltern der Braut sind der erzkonservative Senator Keeley und seine Frau Louise. Das schlimmste: Die beiden sind im Anmarsch und dürfen nicht wissen, daß Vals Vater schwul ist ...

In Hollywood gilt es ja fast schon als Sport, erfolgreiche europäische Filme neu zu verfilmen. Man könnte sich natürlich die Frage stellen, wozu das gut ist, wenn die Vorlagen doch meist sowieso besser sind. Andererseits ist die Antwort leicht zu finden: a) ein echter Amerikaner sieht sich keine ausländischen Filme an, weil er b) in der Regel nicht einmal weiß, was Europa überhaupt ist. Mike Nichols "The Birdcage" ist die Neuauflage von Edouard Molinaros "Ein Käfig voller Narren" (1978) mit Ugo Tognazzi und Michel Serrault. Im Gegensatz zu vielen anderen Aufgüssen kann dieses Remake es allerdings mit dem Original in Sachen Tempo und Schauwerte aufnehmen. Vor allem die kunterbunte Ausstattung in kitschigsten Bonbonfarben ist so herrlich geschmacklos, dass es schon wieder gut ist. In einer kleinen Nebenrolle: Calista Flockhart alias Ally McBeal.

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